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Barry Callebaut: CEO-Rücktritt nach Streit über Kakao-Abspaltung

Exklusiv: Verwaltungsrat lehnte Plan zur Trennung der Kakaoeinheit ab – Strategiekonflikt führte zu Felds Abgang

Barry Callebaut: CEO-Rücktritt nach Streit über Kakao-Abspaltung

Der weltgrößte Schokoladenhersteller Barry Callebaut und sein ehemaliger CEO Peter Feld trennten sich im Januar nach einem bisher unbekannten Strategiekonflikt. Nach Informationen von Reuters ging es dabei um einen Vorschlag zur Abspaltung des Kakaogeschäfts, den der Verwaltungsrat unter Präsident Patrick De Maeseneire ablehnte.

Das Kakaogeschäft macht einen bedeutenden Teil des Schweizer Konzerns aus: Im Geschäftsjahr 2024/25 trug es 31 Prozent zum Gesamtumsatz und 15,5 Prozent zum operativen Gewinn bei. Barry Callebaut verarbeitet jährlich fast eine Million Tonnen Kakao – etwa ein Fünftel des weltweiten Volumens – und beliefert unter anderem Nestlé für KitKat-Riegel und Magnum-Eis.

"Ein Grund für den Abgang waren unterschiedliche Ansichten über die zukünftige Strategie des Unternehmens", erklärte eine mit der Angelegenheit vertraute Person gegenüber Reuters. Der CEO sei offen gewesen, eine Trennung der Kakaoeinheit zu prüfen, doch für Teile des Verwaltungsrats sei dies "indiskutabel" gewesen.

Volatilität der Kakaopreise als Herausforderung

Der Vorschlag zur Abspaltung zielte darauf ab, die Anfälligkeit des Konzerns gegenüber stark schwankenden Kakaopreisen zu reduzieren. Die Kakaonachfrage war nach einem Preisanstieg 2024 eingebrochen und fiel im vierten Quartal in Europa auf 21-Jahres-Tiefs. Schokoladenhersteller reagierten mit kleineren Produktgrößen und veränderten Rezepturen.

Barry Callebaut ist als reiner Zulieferer stärker von Preisschwankungen betroffen als verbraucherorientierte Schokoladenunternehmen. Eine Abspaltung der Kakaoverarbeitung hätte dem Konzern ermöglichen können, sich besser vor Rohstoffpreisschwankungen zu schützen und sich auf das margenstarke Schokoladengeschäft zu konzentrieren.

Neben der Kakao-Strategie gab es weitere Differenzen, unter anderem bei der Höhe der Investitionen in die Digitalisierung. Der Verwaltungsrat, der zunächst aufgeschlossener gegenüber einer Trennung gewesen sei, habe sich letztlich von der Idee distanziert, was zum Bruch mit Feld führte.

Unilever-Chef übernimmt

Am 21. Januar ernannte Barry Callebaut den ehemaligen Unilever-Chef Hein Schumacher zum Nachfolger von Feld, der erst 2023 als CEO zum Zürcher Unternehmen gekommen war. Das Schweizer Unternehmen betonte, es verfüge über ein "vollständig integriertes Kakao- und Schokoladengeschäftsmodell" und lehnte es ab, sich zu den Meinungsverschiedenheiten zu äußern.

Die Zutaten von Barry Callebaut werden in etwa jedem vierten weltweit konsumierten Schokoladen- und Kakaoprodukt verwendet. Der neue CEO steht nun vor der Herausforderung, eine Strategie zu entwickeln, die sowohl den volatilen Rohstoffmärkten als auch den Erwartungen des Verwaltungsrats gerecht wird.

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