Barrick Mining prüft London-Börsengang und Verkauf des Afrikageschäfts
Der Goldminen-Riese Barrick Mining erwägt eine Londoner Börsennotierung seines Afrikageschäfts – auch eine Fusion mit Endeavour Mining steht im Raum.

Barrick Mining, einer der weltweit größten Goldförderer, prüft einem Medienbericht zufolge einen möglichen Börsengang seines Afrikageschäfts in London. Wie zwei mit der Angelegenheit vertraute Quellen gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters erklärten, gilt dabei auch eine reine Aktientransaktion mit dem in London notierten Bergbaukonzern Endeavour Mining als mögliche Option. Die Gespräche befinden sich noch in einem frühen Stadium, eine Entscheidung wurde bislang nicht getroffen.
Die Quellen betonten ausdrücklich, dass es keine Gewissheit für das Zustandekommen eines Deals gebe und in naher Zukunft keine offizielle Ankündigung zu erwarten sei. Barrick Mining und Endeavour Mining lehnten eine Stellungnahme ab. Ein fusioniertes Unternehmen könnte einer Quelle zufolge eine Marktkapitalisierung von bis zu 30 Milliarden US-Dollar erreichen.
Holdingstruktur mit drei Standbeinen
In einem der untersuchten Szenarien würde Barrick seine bestehende Notierung in Toronto als Holdinggesellschaft beibehalten. Diese Holding würde dann Anteile an einer in New York notierten nordamerikanischen Barrick-Einheit sowie an einem separaten, auf Afrika fokussierten Unternehmen mit Börsennotierung in London halten. Damit würde das Unternehmen eine Struktur schaffen, die seine globalen Aktivitäten klar voneinander trennt.
Sollte dieser Schritt vollzogen werden, wäre es eine Wiederholung einer früheren Strategie: Vor rund zwei Jahrzehnten gliederte Barrick sein Afrikageschäft bereits einmal aus und brachte es unter dem Namen Acacia im Vereinigten Königreich an die Börse – bevor das Unternehmen die Tochter später wieder zurückkaufte.
Rückzug aus riskanten Regionen als Strategie
Der Hintergrund dieser Überlegungen ist eine klare strategische Neuausrichtung. Barrick Mining strebt unter Verwaltungsratsvorsitzendem John Thornton und CEO Mark Hill danach, sich aus Regionen zurückzuziehen, die das Unternehmen als riskant einstuft. Investoren fordern höhere Renditen, was den Druck auf das Management erhöht, das Portfolio zu bereinigen.
Bereits Anfang des Jahres hatte Barrick angekündigt, sein Nordamerikageschäft mit einer Erstnotiz in New York auszugliedern. CEO Hill erklärte zudem, dass das Unternehmen den Verkauf von Minen in afrikanischen Ländern sowie an Standorten prüfe, an denen Barrick keine Mehrheitsbeteiligung, aber die Managementkontrolle hält – etwa in Papua-Neuguinea.
Dieser Strategieschwenk erfolgt nach der Beilegung eines jahrelangen Streits mit der vom Militär geführten Regierung Malis. Der Konflikt hatte unter anderem zur Absetzung des früheren CEO Mark Bristow geführt und das Unternehmen erheblich belastet.
Endeavour Mining als strategisch passende Ergänzung
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Zur AktienanalyseAuf der anderen Seite steht Endeavour Mining, das vom Milliardär Naguib Sawiris unterstützt wird und aktiv nach Bergbau-Assets sucht, um sein Geschäft auszuweiten. Ein Investmentbanker aus dem Bereich Bergbau-M&A bezeichnete Endeavour aufgrund seiner afrikanischen Präsenz als strategisch passende Ergänzung für Barricks Vorhaben, sich von seinem sogenannten „Rumpfgeschäft" zu trennen.
Allerdings gibt es auch Vorbehalte: Ein Zusammenschluss mit den afrikanischen Vermögenswerten von Barrick würde Endeavour zwar Zugang zu neuen Regionen wie Tansania und der Demokratischen Republik Kongo verschaffen, jedoch auch ein erneutes Engagement in Mali bedeuten. Endeavour hatte sich zuvor aus Mali zurückgezogen und könnte zögern, dorthin zurückzukehren.
Endeavour Mining weist derzeit einen Marktwert von rund 15 Milliarden US-Dollar auf. Ein Zusammenschluss mit den afrikanischen Barrick-Assets könnte einer Fusion unter Gleichen ähneln – möglicherweise mit geringem oder gar keinem Aufschlag, wie eine der Quellen erläuterte. Nach einer Phase operativer und führungstechnischer Herausforderungen habe sich Endeavour stabilisiert und befinde sich nun in einer Position, in der ein größerer Deal in Betracht gezogen werden könne.


