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Barratt Redrow, Tesco und US-Banken im Fokus der Woche

Experten von Interactive Investor beleuchten die wichtigsten Unternehmensberichte der kommenden Woche – von britischen Hausbauern bis Supermarktriesen.

Barratt Redrow, Tesco und US-Banken im Fokus der Woche

Die kommende Börsenwoche hält für Anleger mehrere bedeutende Termine bereit. Die Experten von Interactive Investor haben die wichtigsten Ereignisse analysiert und geben Einschätzungen zu Barratt Redrow, Tesco und den US-Banken. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen zur Erholung des britischen Immobilienmarkts, zur Dominanz im Lebensmitteleinzelhandel und zur Lage des amerikanischen Bankensektors.

Barratt Redrow: Hoffnung auf Wendepunkt

Am Mittwoch, dem 15. April, veröffentlicht der britische Hausbauer Barratt Redrow (LSE: BTRW) seine Zahlen für das dritte Quartal. Richard Hunter, Leiter der Märkte bei Interactive Investor, zeigt sich vorsichtig optimistisch, verweist aber auf anhaltende Belastungen. „Zusammen mit seinen Branchenkollegen litt Barratt Redrow unter einer längeren Phase der Unsicherheit bei den Käufern im Vorfeld des Budgets", erklärt Hunter.

Bei den Halbjahreszahlen im Februar war der sogenannte „Budget-Kater" deutlich spürbar. Der Umsatz stieg zwar im Berichtszeitraum um 10,5 % auf 2,63 Milliarden Britische Pfund, doch das bereinigte operative Ergebnis sank um 0,3 % auf 210,2 Millionen Pfund. Der bereinigte Vorsteuergewinn fiel sogar um 13,6 % auf 199,9 Millionen Pfund. Die bereinigte Marge schrumpfte von 8,9 % auf 8,0 %, da Baukosteninflation und Verkaufsanreize die Rentabilität weiter belasteten.

Es gab jedoch auch positive Signale: Die Fertigstellungen von Eigenheimen stiegen um 4,7 % auf 7.444 Einheiten. Die private Reservierungsrate kletterte leicht von 0,54 auf 0,55 und liegt aktuell bei 0,59. Das Ziel von 100 Millionen Pfund an Kostensynergien aus dem Redrow-Deal bleibt auf Kurs, da die Fusion kurz vor dem vollständigen Abschluss steht. Der Auftragsbestand wuchs auf 3,41 Milliarden Pfund (zuvor 3,35 Milliarden Pfund) und umfasst nun 11.168 Häuser gegenüber 10.903 im Vorjahr.

Zusätzlichen Rückenwind erhielt der Sektor zuletzt durch den zweiwöchigen Waffenstillstand im Konflikt zwischen den USA und dem Iran, der die Inflationserwartungen dämpfte und die Möglichkeit weiterer Zinssenkungen wieder ins Gespräch brachte. Für das aktuelle Update wird der unmittelbare Ausblick weitgehend von der entscheidenden Frühjahrs-Verkaufssaison abhängen. Die Aktie liegt über die letzten 12 Monate um 37 % und im bisherigen Jahresverlauf um 28 % im Minus – es gibt also viel Schaden wiedergutzumachen. Immerhin entschädigt eine Dividendenrendite von 6,8 % die Anleger für das Warten auf eine potenzielle Erholung.

Tesco: Marktführer mit hohen Erwartungen

Am Donnerstag, dem 16. April, legt Tesco (LSE: TSCO) seinen Jahresabschluss vor. Die Erwartungen an den Supermarktriesen, der weiterhin die britischen Gänge dominiert, sind hoch. Hunter erwartet, dass die Jahreszahlen Tescos weitere Dominanz bestätigen werden.

Das Update zum dritten Quartal im Januar zeigte eine für Tesco-Verhältnisse relativ schwache Wachstumsphase und einen unterdurchschnittlichen Beitrag der Booker-Einheit. Der Konzern hielt zunächst an seiner konservativen Prognose fest – was Anfang des Jahres für Enttäuschung sorgte. Inzwischen erwartet Tesco jedoch, dass das bereinigte operative Ergebnis am oberen Ende der prognostizierten Spanne von 2,9 bis 3,1 Milliarden Britische Pfund liegen wird.

Bemerkenswert ist Tescos aktuelle Marktstellung: Mit einem Marktanteil von 28 % übertrifft der Konzern seine beiden nächsten Konkurrenten Sainsbury (15,6 %) und Asda (11,6 %) zusammen – und markiert damit den höchsten Stand seit über einem Jahrzehnt. Die schiere Größe des Konzerns ermöglicht es Tesco, die Preise für Kunden durch Initiativen wie „Aldi Price Match", „Low Everyday Prices" und „Clubcard Prices" zu senken. Ein starker Fokus auf Kostensenkungen schafft dabei einen positiven Kreislauf, der die Wettbewerbsposition weiter festigt.

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