Barclays: Home Depot und Lowe's übertreffen Q1-Konsensschätzungen
Trotz schwachem Immobilienmarkt und Verbraucherunsicherheit sieht Barclays für beide Heimwerkerriesen ein günstiges Szenario.

Die Analysten von Barclays erwarten für das erste Quartal Ergebnisse leicht über dem Marktkonsens für die beiden US-Heimwerkerriesen Home Depot und Lowe's. Dies erklärte das Unternehmen am Freitag, trotz anhaltender Schwäche am Immobilienmarkt und bestehender Verbraucherunsicherheit. Die Nachfrage verbessere sich allmählich, die Vergleichswerte würden einfacher, und die Bewertung der Aktien erscheine attraktiv.
Barclays räumt ein, dass die Fortschritte bei den Zinssätzen und auf dem Immobilienmarkt im Vergleich zu vor drei Monaten langsamer als erwartet verlaufen sind. Eine wesentliche Änderung dieser Lage sei in naher Zukunft nicht zu erwarten. Dennoch scheine die Nachfrage stabil bis leicht verbessert zu sein – und da die Aktien beider Unternehmen zuletzt hinterherhinkten, ergebe sich insgesamt ein günstiges Einstiegsszenario.
Frühjahrseffekte und nachlassende Vergleichsbasis als Treiber
Die unternehmenseigenen Tracker von Barclays für Firmen und Zulieferer deuten darauf hin, dass sich die Trends im ersten Quartal gegenüber dem vierten Quartal verbessert haben. Beide Unternehmen profitierten demnach vom Übergang zur Frühjahrssaison, von Steuerrückerstattungen sowie von nachlassenden Vorjahresvergleichen im Zusammenhang mit Hurrikanen und der Inflation. Der Wohnungsmarkt blieb dabei jedoch weiterhin unter Druck.
Die meisten von Barclays verfolgten Datenpunkte stützen ein flächenbereinigtes Umsatzwachstum von rund 1 % für beide Unternehmen. Das liegt leicht über den Konsenserwartungen, die bei etwa 0,5 % angesiedelt sind. Großanschaffungen schienen sich im Vergleich zum Vorquartal abzuschwächen, während die Rohstoffinflation neutral wirke und Wechselkurseffekte laut Barclays sogar Rückenwind böten.
Immobilienmarkt auf Tiefpunkt – Zinsen bleiben entscheidend
Barclays beschreibt den US-Immobilienmarkt als feststeckend und auf einem Tiefpunkt befindlich. Das hauseigene Umzugsmodell der Analysten zeige jedoch, dass dieser Zustand ausreiche, um insgesamt ein leicht positives Nachfragewachstum zu stützen. Für den nächsten spürbaren Aufwärtsschub seien sinkende Zinssätze entscheidend.
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Zur AktienanalyseEin weiterer Belastungsfaktor für die Branche: Die Betriebskosten für Wohnraum als Prozentsatz des Verbrauchereinkommens haben den höchsten Stand seit dem zweiten Quartal 2014 erreicht. Da die Ausgaben für Heimwerkerprodukte negativ mit dieser Kennzahl korrelieren, bleibt dies ein strukturelles Risiko für die gesamte Heimwerkerbranche.
Ungeachtet dieser Herausforderungen behält Barclays die Einstufung „Overweight" für beide Unternehmen bei. Für deutsche Anleger, die in US-Konsumwerte investieren, sind Home Depot und Lowe's als die beiden dominierenden Akteure im amerikanischen Heimwerkermarkt von besonderem Interesse – insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung der US-Zinspolitik und deren Auswirkungen auf den Immobiliensektor.

