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Barclays: Fed hält Zinsen bis September 2026 unverändert

Barclays bekräftigt seine Prognose nach dem März-FOMC-Protokoll – erste Zinssenkung erst im September 2026 erwartet.

Barclays: Fed hält Zinsen bis September 2026 unverändert

Die britische Großbank Barclays hält an ihrer Prognose fest, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) die Leitzinsen bis September 2026 unverändert lassen wird. Grundlage dieser Einschätzung ist das Protokoll der März-Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC), das zwar eine wachsende Beunruhigung über die Inflation offenbarte, jedoch keinen entscheidenden Schwenk hin zu einer restriktiveren Geldpolitik signalisierte.

Barclays-Analyst Marc Giannoni erklärte, das Protokoll der FOMC-Sitzung vom 17. bis 18. März weise auf „die gestiegene Besorgnis der Teilnehmer über die hohe Inflation und die Aufwärtsrisiken für die Teuerung hin, angesichts des Anstiegs der Energiepreise infolge des Konflikts im Nahen Osten." Damit rückt die geopolitische Lage im Nahen Osten als Inflationstreiber stärker in den Fokus der US-Währungshüter.

Beschäftigungsrisiken dämpfen restriktiven Ton

Trotz der Inflationssorgen bleibt die Gesamtbotschaft des FOMC laut Barclays moderat. Giannoni hob hervor, dass die überwiegende Mehrheit der Sitzungsteilnehmer die Risiken für den Arbeitsmarkt als nach unten gerichtet bewertet – also eine mögliche Abschwächung der Beschäftigung befürchtet. Dieser Umstand dämpft den restriktiven Ton und verhindert eine klare Hinwendung zu weiteren Zinserhöhungen.

Zwar forderten einige Teilnehmer eine sogenannte zweiseitige Orientierung, die auch Zinserhöhungen als Option offenlässt. Dennoch betonte Barclays, dass die Gesamtbotschaft des Protokolls weiterhin mit einer letztendlichen geldpolitischen Lockerung vereinbar sei. „Viele blieben bei der Ansicht, dass die Zinsen zu gegebener Zeit gesenkt werden sollten, sofern die Inflation im Einklang mit ihren Erwartungen zurückgeht", schrieb Giannoni.

Zwei Zinssenkungen bis März 2027 erwartet

Barclays hält an seiner Basisprognose fest: eine erste Zinssenkung um 25 Basispunkte im September 2026, gefolgt von einer zweiten Senkung im März 2027. Diese Einschätzung deckt sich laut der Bank mit den Median-Projektionen im sogenannten „Dot Plot" der Fed – der vierteljährlichen Zinsprojektion der FOMC-Mitglieder, die als wichtiger Indikator für die künftige Geldpolitik gilt.

Für die Inflationsentwicklung erwartet Barclays, dass sich die Kerninflation nach April auf Monatsbasis abschwächt. Voraussetzung dafür sei eine teilweise Umkehr des jüngsten Ölpreisanstiegs. Zudem rechnet die Bank mit einer Verlangsamung der realen Konsumausgaben in der zweiten Jahreshälfte – ein Faktor, der den Preisdruck ebenfalls mindern könnte.

Risiken tendieren in Richtung späterer Zinssenkungen

Giannoni warnte jedoch, dass die Risiken für den Zeitplan eher in Richtung einer weiteren Verzögerung tendieren. Sollte sich die Inflation als stärker oder hartnäckiger als erwartet erweisen, würde die Fed ihren Lockerungszyklus wahrscheinlich weiter nach hinten verschieben. Umgekehrt könnte ein plötzlicher und deutlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit einen schnelleren und aggressiveren Zinssenkungszyklus auslösen.

Für deutsche Anleger ist die US-Geldpolitik von besonderer Bedeutung, da Fed-Entscheidungen die globalen Kapitalmärkte, den Euro-Dollar-Wechselkurs sowie die Renditen europäischer Anleihen maßgeblich beeinflussen. Eine länger anhaltende Hochzinsphase in den USA kann Kapitalabflüsse aus Europa begünstigen und den Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB) erhöhen.

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