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Barclays erwartet Dollar-Erholung nach starken Euro-Gewinnen

Die britische Großbank prognostiziert eine schrittweise Rückkehr des US-Dollars zu zinsdifferenzbasierten Niveaus innerhalb der nächsten zwölf Monate.

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Barclays erwartet Dollar-Erholung nach starken Euro-Gewinnen

Barclays hat eine neue Prognose für den US-Dollar veröffentlicht und erwartet eine Erholung der amerikanischen Währung über die kommenden zwölf Monate. Die Bank sieht den Dollar auf dem Weg zurück zu Niveaus, die durch die aktuellen Zinsdifferenzen impliziert werden. Zuvor hatte der Euro als wichtigste Alternative zum Dollar deutlich an Boden gewonnen.

Laut Barclays hat der Euro seit dem sogenannten „Liberation Day" – dem Tag, an dem die USA weitreichende Zölle ankündigten – erheblich profitiert. Ausschlaggebend dafür waren gestiegene US-Risikoprämien, die den Dollar unter Druck setzten und den Euro als Fluchtwährung attraktiver machten. Diese Entwicklung spiegelt das wachsende Misstrauen der Märkte gegenüber US-Vermögenswerten wider.

Faktoren für eine Dollar-Erholung

Barclays nennt zwei zentrale Treiber, die eine teilweise Umkehr des Dollar-Abschlags begünstigen könnten. Erstens eine anhaltende Phase einer KI-getriebenen wirtschaftlichen Outperformance der USA, die das Vertrauen in den Dollar langfristig stützen würde. Zweitens eine Federal Reserve unter der möglichen Führung von Kevin Warsh, die unabhängiger als ursprünglich erwartet agieren könnte – ein Signal für geldpolitische Stabilität.

Die Unabhängigkeit der Notenbank ist für Devisenmärkte ein entscheidender Faktor. Eine als politisch unbeeinflusst wahrgenommene Fed stärkt das Vertrauen internationaler Investoren in den Dollar als globale Leitwährung. Barclays scheint darauf zu setzen, dass genau dieser Vertrauensfaktor in den kommenden Monaten wieder an Bedeutung gewinnt.

Euro unter politischem Druck

Gleichzeitig warnt Barclays vor wachsenden Risiken auf der Euro-Seite. Die Bank weist darauf hin, dass die eigene Risikoprämie des Euro steigen könnte, je näher Frankreich den Präsidentschaftswahlen im Frühjahr 2027 rückt. Politische Unsicherheiten in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone könnten den Euro belasten und den relativen Vorteil gegenüber dem Dollar schmälern.

Für deutsche Anleger ist diese Einschätzung besonders relevant, da ein schwächerer Euro Importe verteuert und gleichzeitig exportorientierten Unternehmen im DAX zugutekommen kann. Die Wechselkursentwicklung zwischen Euro und Dollar bleibt damit ein zentraler Faktor für die Bewertung europäischer Aktien.

Vorübergehende Sommerschwäche erwartet

Barclays schließt kurzfristig jedoch nicht aus, dass der Dollar in den Sommermonaten eine vorübergehende, leichte Schwäche zeigen könnte. Dies deutet darauf hin, dass die Erholung kein linearer Prozess sein wird, sondern von saisonalen Schwankungen begleitet werden dürfte.

Insgesamt zeichnet Barclays ein differenziertes Bild: Der Dollar hat strukturelle Unterstützung, steht aber kurzfristig vor Gegenwind. Anleger, die in Dollar-denominierten Anlagen investiert sind oder Währungsrisiken absichern müssen, sollten die genannten Faktoren – Fed-Unabhängigkeit, KI-Wirtschaftsdynamik und französische Wahlrisiken – genau im Blick behalten.

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