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Barclays: Chinas Luxusmarkt reift – Marken performen sehr unterschiedlich

Barclays erwartet für Q1 niedriges Wachstum in China, sieht aber große Unterschiede zwischen einzelnen Luxusmarken.

Barclays: Chinas Luxusmarkt reift – Marken performen sehr unterschiedlich

Barclays erwartet für das erste Quartal 2025 ein Umsatzwachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich für den Luxusgütersektor in Festlandchina. Das zeigen aktuelle Channel-Checks der britischen Investmentbank. Gleichzeitig stellt Barclays eine deutliche Streuung der Performance zwischen den einzelnen Luxusmarken fest – ein Zeichen dafür, dass der chinesische Markt zunehmend selektiver wird.

Rückmeldungen aus einer jüngsten China-Reise der Bank deuten darauf hin, dass die Stimmung im Vergleich zu vor sechs Monaten weitgehend unverändert geblieben ist. Für die gesamte chinesische Luxuskonsumentengruppe prognostiziert Barclays im ersten Quartal einen Rückgang von etwa 2%. Als Hauptgrund nennt die Bank die anhaltende Schwäche der Ausgaben chinesischer Konsumenten im Ausland – insbesondere in Japan.

Erholung in Sicht, aber langsam

Für das Geschäftsjahr 2026 zeichnet Barclays ein etwas freundlicheres Bild: Die chinesische Luxuskonsumentengruppe soll dann um etwa 1% zulegen. Das wäre eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Geschäftsjahr 2025, in dem ein Rückgang von 7% verzeichnet wurde. Von einer kräftigen Erholung kann jedoch noch keine Rede sein.

Barclays behält seine neutrale Gesamteinschätzung für den Luxusgütersektor bei. Die Bank begründet dies mit begrenzten potenziellen Katalysatoren für eine deutliche Erholung. Der Markt biete zwar selektive Chancen, aber keinen breiten Rückenwind.

Burberry und Moncler als klare Gewinner

Bei den Channel-Checks erhielten Burberry und Moncler das konsistenteste positive Feedback in China. Beide Marken dürften im ersten Quartal ein positives Wachstum in der Region verzeichnen. Auch Loro Piana, Cucinelli und Miu Miu stachen als Outperformer hervor.

Auf der anderen Seite verzeichnen mehrere Marken weiterhin zweistellige Rückgänge. Bei Dior verbessert sich die Stimmung laut Barclays zwar, doch beim Turnaround von Gucci ist Geduld gefragt: Die Marke kämpft in China weiterhin mit zweistelligen Umsatzrückgängen, und der Erholungsprozess werde Zeit in Anspruch nehmen.

Barclays bevorzugt Richemont, Moncler und Burberry

Im Vorfeld der Ergebnisse für das erste Quartal behält Barclays seine „Overweight"-Einstufung für Richemont, Moncler und Burberry bei. Bei Richemont verweist die Bank auf das Engagement im defensiven Schmucksegment, bei Moncler auf die Outperformance in China und bei Burberry auf die laufende Turnaround-Dynamik.

Auch Prada stuft Barclays mit „Overweight" ein. Allerdings sieht die Bank für das erste Quartal eine geringere Wahrscheinlichkeit für ein Übertreffen der Erwartungen – dies aufgrund anspruchsvoller Vergleichswerte für die Submarke Miu Miu.

China wird zum reifen Luxusmarkt

Ein zentrales Fazit der Barclays-Analyse: China entwickelt zunehmend die Merkmale eines reifen Luxusmarktes. Wachstum wird künftig weniger durch makroökonomischen Rückenwind getrieben, sondern vielmehr durch Marktanteilsgewinne und individuelle Markenstärke. Dieser Strukturwandel hat weitreichende Konsequenzen für die Strategien der Luxuskonzerne.

Bemerkenswert ist auch die wachsende Rolle ausländischer Touristen: In einigen chinesischen Einkaufszentren tragen sie mittlerweile bis zu 10% zum Luxusumsatz bei. Dies zeigt, dass China nicht nur als Heimatmarkt für chinesische Konsumenten, sondern auch als internationaler Luxus-Hotspot an Bedeutung gewinnt.

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