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Banken verschärfen Vergabe von Ratenkrediten

Wirtschaftliche Unsicherheit und steigende Ausfallrisiken drücken Genehmigungsquote auf Rekordtief

Banken verschärfen Vergabe von Ratenkrediten

Nur knapp die Hälfte aller Interessierten erhält derzeit überhaupt ein Angebot für einen Ratenkredit. Nach Angaben des Vergleichsportals Verivox sank die Genehmigungsquote im August auf 46,8 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Messungen im Jahr 2020. Selbst während der Lockdowns in der Corona-Pandemie waren die Banken weniger zurückhaltend als aktuell. Die Institute verschärfen ihre Kriterien deutlich, weil sie angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung größere Risiken befürchten.

Ein Drittel der Personen, die zu Beginn des Jahres 2020 noch problemlos einen Kredit bekommen hätten, geht inzwischen leer aus. Verivox-Sprecher Ralph Wefer nennt zwei Gründe für die veränderte Situation: Zum einen sinkt die Risikobereitschaft der Banken, was regelmäßige Befragungen der Bundesbank bestätigen. Zum anderen erhöht die schwache Konjunktur das Ausfallrisiko, da die Wahrscheinlichkeit steigt, dass Kreditnehmer ihren Arbeitsplatz verlieren oder wegen Kurzarbeit geringere Einkommen haben. Dadurch wächst die Gefahr, dass Kredite nicht wie vereinbart zurückgezahlt werden können.

Die Kombination aus wirtschaftlicher Unsicherheit und steigenden Arbeitslosenzahlen führt dazu, dass Geldhäuser bei der Prüfung neuer Anträge restriktiver vorgehen. Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH, betont, dass die Institute vermeiden wollen, riskante Darlehen in ihre Bücher aufzunehmen. Während der Pandemie lehnten Banken häufig Anträge aus besonders betroffenen Branchen wie Tourismus oder Gastronomie pauschal ab. Heute sind es nicht einzelne Sektoren, sondern die Gesamtmenge an Anfragen, bei der deutlich mehr Interessenten ohne Finanzierungsangebot bleiben.

Die zurückhaltende Kreditvergabe hat auch Folgen für den privaten Konsum. Viele Haushalte finanzieren größere Anschaffungen wie Autos oder Küchen über Ratenkredite. Wenn Kredite fehlen, bleiben Investitionen aus, was die gesamtwirtschaftliche Entwicklung zusätzlich belastet. Wefer rät Verbrauchern deshalb, Kredite nicht nur bei einer, sondern bei möglichst vielen Banken gleichzeitig anzufragen. Die Vergabekriterien unterscheiden sich stark, sodass eine Ablehnung durch die Hausbank nicht zwingend bedeutet, dass kein anderer Anbieter bereit ist, ein Darlehen zu gewähren.

Wer mehrere Angebote einholt, kann außerdem von Zinsunterschieden profitieren. Nach Angaben der Bundesbank liegen die durchschnittlichen Zinsen für Ratenkredite derzeit bei 8,36 Prozent. Über den Verivox-Vergleich waren im August im Mittel 6,79 Prozent möglich. Bei einem Kredit über 20.000 Euro mit einer Laufzeit von sechs Jahren ergibt das eine Ersparnis von rund 1.021 Euro gegenüber dem bundesweiten Durchschnitt. Ob sich die strenge Kreditvergabe bald wieder lockert, hängt laut Verivox wesentlich von der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung ab. Derzeit gibt es dafür jedoch keine Anzeichen.

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