Banken in Griechenland unter Druck
Mitsotakis fordert faire Gebühren und mehr Wirtschaftsförderung

Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis hat die Geschäftsbanken des Landes scharf kritisiert und mehr Kundenfreundlichkeit gefordert. Angesichts hoher Gebühren und restriktiver Kreditvergaben wachsen die Unzufriedenheit der Bürger und der Druck auf die Banken. Trotz stabiler finanzieller Verhältnisse und hoher Gewinne der Institute bleiben die Sparzinsen niedrig und die Kreditkonditionen teuer. Auf einem Investmentforum in London und im Parlament betonte Mitsotakis, dass die bisherigen Reaktionen der Banken unzureichend seien und die Regierung Maßnahmen ergreifen werde.
Die Banken verzeichneten im Jahr 2023 Rekordgewinne und schütteten allein in diesem Frühjahr 875 Millionen Euro an Aktionäre aus. Für das kommende Jahr planen sie Ausschüttungen von rund zwei Milliarden Euro. Dies geschieht jedoch auf Kosten der Kunden, die unter hohen Gebühren und niedrigen Sparzinsen leiden. Überweisungsgebühren von bis zu vier Euro und Guthabenzinsen von nur 0,03 Prozent bei Tagesgeldkonten sind Beispiele für die Belastungen der Bankkunden. Demgegenüber betragen die durchschnittlichen Sparzinsen in der Euro-Zone ein Vielfaches dessen.
Auch bei der Kreditvergabe zeigen sich die Banken zurückhaltend. Trotz umfangreicher Einlagen von 194,8 Milliarden Euro an privaten und unternehmerischen Mitteln liegt die Kreditsumme an den Privatsektor bei nur 116,5 Milliarden Euro. Die Vergabe von Verbraucherkrediten erfolgt zu Zinssätzen von durchschnittlich 10,86 Prozent, während der Euro-Zonen-Durchschnitt bei 7,67 Prozent liegt. Diese Diskrepanz wird durch die Quote notleidender Forderungen erklärt, die in Griechenland mit 6,9 Prozent weiterhin deutlich über dem europäischen Durchschnitt liegt.
Mitsotakis fordert von den Banken, eine stärkere Rolle bei der Unterstützung der Wirtschaft einzunehmen, insbesondere durch die Bereitstellung günstigerer Kredite für kleine und mittlere Unternehmen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung der Wohnsituation. In Griechenland fehlen rund 212.000 Wohnungen. Die Regierung drängt darauf, dass die Banken ihre leer stehenden Immobilien, die aufgrund von Zahlungsausfällen in ihren Besitz gelangten, auf den Markt bringen.
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Zur AktienanalyseWährend die sozialdemokratische Opposition eine Sondersteuer auf Bankgewinne vorschlägt, lehnt Mitsotakis dies ab. Auch der Zentralbankgouverneur Yannis Stournaras warnt vor negativen Auswirkungen auf das Eigenkapital der Banken. Die Regierung plant, konkrete Vorschläge zur Lösung der Kernprobleme vorzulegen, um die Situation für Sparer und Kreditnehmer zu verbessern.


