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Bank of Korea: Ratsmitglieder erwägen weitere Zinserhöhungen zur Inflationsbekämpfung

Laut Sitzungsprotokoll vom 16. Juli prüfen südkoreanische Zentralbanker Zeitpunkt und Tempo weiterer geldpolitischer Straffungen sorgfältig.

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Bank of Korea: Ratsmitglieder erwägen weitere Zinserhöhungen zur Inflationsbekämpfung

Die südkoreanische Zentralbank Bank of Korea (BoK) hat am Dienstag das Protokoll ihrer Sitzung vom 16. Juli veröffentlicht. Darin machen deutlich, dass die Ratsmitglieder weitere Zinserhöhungen zur Bekämpfung der Inflation in Betracht ziehen. Der siebenköpfige geldpolitische Ausschuss hatte bei dieser Sitzung einstimmig beschlossen, die Zinsen zum ersten Mal seit dreieinhalb Jahren anzuheben.

Das Gremium signalisierte angesichts des robusten Wirtschaftswachstums in Südkorea, der viertgrößten Volkswirtschaft Asiens, weitere Zinsschritte. Das starke Wachstum verschärft laut Einschätzung der Ratsmitglieder die Inflationsrisiken und macht weiteres Handeln notwendig. Einige Mitglieder sprachen sich dabei ausdrücklich für präventive geldpolitische Maßnahmen aus.

Klare Worte aus dem Sitzungsprotokoll

Ein Ratsmitglied wird im Protokoll mit der Einschätzung zitiert, dass „die aktuelle Zinserhöhung allein voraussichtlich nicht ausreichen werde, um die Inflation wieder auf das Zielniveau zu bringen, und dass der Leitzins daher im Einklang mit den prognostizierten Wachstums- und Inflationspfaden weiter angehoben werden müsse". Das Mitglied betonte zudem, dass das Tempo weiterer Zinserhöhungen durch eine Neubewertung der Prognosen und der damit verbundenen Risiken bestimmt werden solle, sobald neue Informationen vorliegen.

Ein weiteres Mitglied unterstrich ebenfalls, dass das Hauptaugenmerk auf der Inflation liegen müsse. Es hob hervor, dass präventive geldpolitische Maßnahmen erforderlich seien, um den Trend zur Preisstabilität nachhaltig zu festigen. Diese Aussagen verdeutlichen, dass innerhalb des Ausschusses eine klare Bereitschaft zu weiteren Straffungsschritten besteht.

Inflation schwächt sich ab – Wachsamkeit bleibt

Noch am selben Tag, an dem das Protokoll veröffentlicht wurde, zeigten Daten, dass sich die Verbraucherpreisinflation in Südkorea im Juli auf ein Dreimonatstief abgeschwächt hatte. Sinkende Ölpreise sorgten dafür, dass die Inflationsrate hinter den Markterwartungen zurückblieb. Dennoch blieben die Währungshüter gegenüber Aufwärtsrisiken wachsam.

Die Märkte schlossen eine mögliche zweite Zinserhöhung in Folge in diesem Monat nicht aus. Dies zeigt, wie ernst die Zentralbank die Inflationsbekämpfung nimmt, auch wenn sich die Preisentwicklung zuletzt etwas beruhigt hat.

Breites Spektrum an Risikofaktoren im Blick

Die Ratsmitglieder nannten eine Reihe von Faktoren, die bei künftigen Entscheidungen sorgfältig zu prüfen seien:

  • Inflationsdruck von der Kosten- und Nachfrageseite
  • Verbesserung der Wirtschaftsaktivität
  • Wechselkursentwicklung
  • Verschuldung der privaten Haushalte
  • Energieversorgungsketten
  • Inländische Spillover-Effekte durch den Boom bei Chip-Exporten
  • Zunehmende Liquidität, die in die Anlagemärkte fließt

Besonders der Hinweis auf den Chip-Export-Boom ist für Südkorea bedeutsam. Das Land ist einer der weltweit führenden Halbleiterproduzenten, und der Sektor hat erheblichen Einfluss auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Die steigende Liquidität in den Anlagemärkten gilt dabei als zusätzlicher Risikofaktor, den die Zentralbank im Auge behält.

Für internationale Anleger und Beobachter sendet die Bank of Korea damit ein klares Signal: Die geldpolitische Straffung ist noch nicht abgeschlossen. Wie schnell und in welchem Ausmaß weitere Zinsschritte folgen, hängt von der Datenlage und der Entwicklung der genannten Risikofaktoren ab.

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