Bank of Korea: Neuer Gouverneur warnt vor übermäßiger Won-Schwäche
Designierter Zentralbankchef Shin Hyun-song kündigt genaue Beobachtung des Devisenmarkts angesichts hoher Unsicherheit an.

Der designierte Gouverneur der Bank of Korea, Shin Hyun-song, hat angesichts der anhaltenden Schwäche des südkoreanischen Won Maßnahmen gegen übermäßige Kursverluste angekündigt. Am Montag fiel der Won um bis zu 1,1 Prozent auf 1.499,7 Won pro US-Dollar – ein deutliches Zeichen für den wachsenden Druck auf die südkoreanische Währung. Auslöser war das Scheitern von Gesprächen zwischen den USA und dem Iran am Wochenende, die ohne eine Einigung zur Beendigung des Nahostkonflikts endeten.
„Obwohl der Dollar-Won-Wechselkurs zuletzt leicht auf das Niveau von 1.480 gesunken ist, fielen die Anstiege seit dem Nahostkrieg stärker aus als bei anderen Währungen", erklärte Shin. „Da die Unsicherheit weiterhin hoch ist, werden wir die Bedingungen am Devisenmarkt genau beobachten." Mit diesen Worten signalisierte der künftige Notenbankchef eine erhöhte Wachsamkeit gegenüber spekulativen Bewegungen am Währungsmarkt.
Liquidität stabil – Wechselkursniveau kein unmittelbares Problem
Shin betonte gleichzeitig, dass man sich angesichts stabiler Liquiditätsbedingungen keine grundsätzlichen Sorgen über das Niveau des Dollar-Won-Kurses machen müsse. Eine konkrete Antwort auf die Frage eines Abgeordneten zum Ausblick für die Wechselkurse lehnte er jedoch ab – ein in Zentralbankkreisen übliches Vorgehen, um keine Markterwartungen zu schüren oder zu lenken.
Für deutsche Anleger ist der Kontext bedeutsam: Der südkoreanische Won gilt als Barometer für die Stimmung gegenüber Schwellenländerwährungen in Asien. Eine anhaltende Abwertung kann die Importkosten für rohstoffabhängige Volkswirtschaften erhöhen und gleichzeitig die Exportwettbewerbsfähigkeit verbessern – ein zweischneidiges Schwert für die südkoreanische Wirtschaft.
Nahostkonflikt belastet Geldpolitik – Halbleiter als Puffer
Zur Geldpolitik äußerte sich Shin ebenfalls. Laut einem Bericht der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap werde der erhöhte Inflationsdruck durch den Nahostkonflikt bei künftigen geldpolitischen Entscheidungen am stärksten berücksichtigt. Der Konflikt treibt die Energiepreise in die Höhe und erhöht damit den Preisdruck in importabhängigen Volkswirtschaften wie Südkorea.
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Zur AktienanalyseGleichzeitig verwies Shin auf dämpfende Faktoren beim Wachstum: Robuste Halbleiterexporte und ein Zusatzhaushalt würden den Abwärtsdruck auf das Wirtschaftswachstum teilweise abmildern. Südkorea ist einer der weltweit führenden Produzenten von Speicherchips – ein Sektor, der trotz geopolitischer Spannungen weiterhin starke Nachfrage verzeichnet.
Die Bank of Korea hatte ihren Leitzins in der vergangenen Woche unverändert belassen. Gleichzeitig warnte die Zentralbank vor einem höchst ungewissen weiteren Verlauf und signalisierte sowohl eine Herabstufung ihrer Wachstumsprognosen als auch höhere Inflationserwartungen. Diese Kombination aus schwächerem Wachstum und steigendem Preisdruck stellt die Notenbank vor eine klassische geldpolitische Zwickmühle – ähnlich wie viele andere Zentralbanken weltweit in Zeiten geopolitischer Verwerfungen.


