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Bank of Japan: KI-Nachfrage könnte Inflation dauerhaft anheizen

Die Bank of Japan warnt vor hartnäckigem Inflationsdruck durch den globalen KI-Boom – und stärkt damit Argumente für weitere Zinserhöhungen.

Bank of Japan: KI-Nachfrage könnte Inflation dauerhaft anheizen

Die Bank of Japan (BOJ) sieht in der weltweiten Nachfrage rund um Künstliche Intelligenz (KI) ein zunehmendes Inflationsrisiko für Japan. In der vollständigen Fassung ihres vierteljährlichen Ausblicksberichts erklärte die Notenbank am Montag, dass KI-getriebene Investitionen kurzfristig einen spürbaren Aufwärtsdruck auf die Preise erzeugen könnten. Dies stärkt die Argumente für eine baldige weitere Zinserhöhung.

Konkret warnt die BOJ davor, dass die inflationären Auswirkungen eines KI-gesteuerten Investitionsbooms kurzfristig die Produktivitätsgewinne überwiegen. Stärkere Investitionen kurbeln die Nachfrage an und treiben die Preise nach oben. Mittel- bis langfristig erwartet die Notenbank hingegen, dass KI die Produktivität steigert und den Preisdruck dämpft – sobald sich Arbeitnehmer und Unternehmen an den Einsatz der Technologie angepasst haben.

KI-Nachfrage trifft auf schwachen Yen

Die BOJ beobachtet bereits konkrete Auswirkungen auf die Erzeugerpreise: Diese seien weltweit gestiegen – teils durch den Ölpreisanstieg infolge des Nahostkonflikts, teils durch einen „positiven globalen Nachfrageschock" bei KI-bezogenen Gütern. Die Spillover-Effekte dieser KI-Nachfrage werden dem Bericht zufolge noch einige Zeit anhalten.

Besonders brisant für Japan ist die Kombination aus globalem KI-Boom und dem schwachen Yen. Die Abwertung der japanischen Währung verteuert Importe erheblich und verstärkt den Inflationsdruck im Inland zusätzlich. „Unsere Schätzungen deuten darauf hin, dass die KI-bezogene Nachfrage einen hartnäckigen und dauerhaften Aufwärtseinfluss auf die Verbraucherinflation ohne frische Lebensmittel und Energie ausüben kann", heißt es im Bericht der BOJ.

Japanische Haushalte profitieren von höheren Zinsen

In ihrem Bericht analysierte die BOJ auch die Auswirkungen steigender Zinssätze auf den privaten Konsum. Japanische Haushalte verfügen demnach über ein Finanzvermögen von rund 2.400 Billionen Yen (umgerechnet etwa 15 Billionen US-Dollar). Davon entfallen rund 1.000 Billionen Yen auf Einlagen.

Die Verschuldung der Haushalte ist mit rund 400 Billionen Yen vergleichsweise moderat, wobei mehr als die Hälfte auf Hypothekendarlehen entfällt. Da das Gesamtvolumen der Haushaltseinlagen die ausstehenden Kredite deutlich übersteigt, kommt die BOJ zu einem bemerkenswerten Schluss: „Die japanischen Haushalte profitieren insgesamt von höheren Zinssätzen." Dies ist ein wichtiges Signal, das Zinserhöhungen politisch leichter durchsetzbar macht.

Zinsen bereits auf 31-Jahres-Hoch

Die BOJ hatte die Zinssätze zuletzt auf ein 31-Jahres-Hoch von 1 Prozent angehoben und dabei ihre Bereitschaft signalisiert, die Kreditkosten weiter zu erhöhen. Hintergrund sind der anhaltende Preisdruck durch den schwachen Yen sowie ein Energieschock infolge geopolitischer Spannungen im Nahen Osten.

Bei der zeitlichen Planung der nächsten Zinserhöhung will die BOJ sorgfältig prüfen, wie sich der Anstieg der Erzeugerpreise auf die Verbraucherinflation überträgt und welche wirtschaftlichen Folgen die bisherigen Zinsschritte haben. Die Notenbank veröffentlicht jeweils am letzten Tag ihrer geldpolitischen Sitzung eine Zusammenfassung des Ausblicksberichts und am darauffolgenden Börsentag die vollständige Fassung.

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