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Bank of Israel senkt Leitzins auf niedrigsten Stand seit 2022

Die israelische Zentralbank reagiert auf den starken Schekel und moderate Inflation mit der zweiten Zinssenkung in Folge.

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Bank of Israel senkt Leitzins auf niedrigsten Stand seit 2022

Die Bank of Israel hat am Montag ihren Leitzins von 3,75% auf 3,50% gesenkt. Es handelt sich dabei um die zweite Zinssenkung in Folge, die die Kreditkosten auf den niedrigsten Stand seit Ende 2022 drückt. Die Entscheidung entsprach der Medianprognose einer Bloomberg-Umfrage und kam damit für die Märkte nicht überraschend.

Als ausschlaggebende Faktoren nannte die Zentralbank einen starken Schekel sowie moderate Inflationserwartungen. Diese Faktoren überwogen in der Abwägung die Prognosen für ein beschleunigtes Wirtschaftswachstum. Die Währungshüter stehen seit Längerem unter zunehmendem Druck, der Aufwertung der Landeswährung durch niedrigere Zinssätze entgegenzuwirken.

Starker Schekel belastet Exporteure

Israelische Technologieunternehmen und andere Exporteure haben zuletzt verstärkt Besorgnis über die Auswirkungen des anhaltend starken Schekels auf ihre Geschäftstätigkeit geäußert. Ein hoher Wechselkurs verteuert israelische Produkte und Dienstleistungen im Ausland und schmälert damit die Wettbewerbsfähigkeit exportorientierter Unternehmen. Auch Finanzminister Bezalel Smotrich hatte die Bank of Israel mehrfach öffentlich dazu aufgefordert, die Zinsen zu senken.

Der Schekel wertete im vergangenen Monat nach der Wiederaufnahme der Zinssenkungen um mehr als 5% gegenüber dem US-Dollar ab und gehörte damit zu den schwächsten Währungen im erweiterten Bloomberg-Korb globaler Währungen. Trotz dieser Abwertung notiert die Währung weiterhin nahe ihrem stärksten Stand seit Jahrzehnten – ein Zeichen dafür, wie ausgeprägt die vorangegangene Aufwertung war.

Ausblick: Inflation und Zinspfad

Die Bank of Israel behielt ihre Forward Guidance bei und erklärte in einer offiziellen Mitteilung, dass künftige Zinsentscheidungen „auf der Grundlage der Inflationsdynamik, der Wirtschaftsleistung, der geopolitischen Unsicherheit und der fiskalischen Entwicklungen getroffen werden". Damit signalisiert die Zentralbank eine datenabhängige Vorgehensweise, ohne sich auf einen festen Zinspfad festzulegen.

Die Forschungsabteilung der Zentralbank prognostiziert, dass die Inflation bis zum Ende des zweiten Quartals 2027 einen Wert von 1,8% erreichen wird – und zwar bei einem Leitzins von dann 3,0%. Dies deutet darauf hin, dass die Notenbank mittelfristig weiteren Spielraum für Zinssenkungen sieht, sofern sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen entsprechend entwickeln.

Für internationale Beobachter und deutsche Anleger ist die Entwicklung in Israel ein weiteres Beispiel dafür, wie Zentralbanken weltweit zwischen Wachstumsförderung, Inflationskontrolle und Wechselkursstabilität abwägen müssen. Die geopolitische Lage im Nahen Osten bleibt dabei ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor, den die Bank of Israel ausdrücklich in ihrer Kommunikation berücksichtigt.

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