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Bank of Canada hält Leitzins bei 2,25% – Inflationsrisiken wachsen

Kanadas Zentralbank pausiert zum fünften Mal in Folge – doch steigende Energiepreise und schwaches Wachstum trüben den Ausblick erheblich.

Bank of Canada hält Leitzins bei 2,25% – Inflationsrisiken wachsen

Die Bank of Canada hat ihren Leitzins am Mittwoch unverändert bei 2,25% belassen. Damit setzt die kanadische Zentralbank eine Zinspause fort, die nun bereits fünf Sitzungen in Folge andauert. Die Entscheidung entsprach den Markterwartungen, doch die begleitende Botschaft der Währungshüter fiel deutlich vorsichtiger aus als zuletzt.

Die Zentralbank steht vor einem klassischen geldpolitischen Dilemma: Auf der einen Seite schwächelt die Binnenwirtschaft spürbar, auf der anderen Seite zieht die Inflation wieder an. Gouverneur Tiff Macklem brachte die Lage auf den Punkt: „Wirtschaftliche Schwäche kombiniert mit steigender Inflation ist ein Dilemma für die Geldpolitik."

Schwaches Wachstum trifft auf steigende Preise

Kanadas Wirtschaft zeigt deutliche Belastungszeichen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal sank um 0,1%, die Unternehmensinvestitionen blieben verhalten, und auch die Wohnungsbauaktivität schwächte sich ab. Gleichzeitig gingen die Exporte zurück, während die Importe stiegen – unter anderem weil Unternehmen ihre Lagerbestände wieder auffüllten.

Auf der Preisseite entwickelte sich die Lage ungünstiger als von der Bank of Canada zu Jahresbeginn erwartet. Die Verbraucherpreisinflation erreichte im April 2,8% – getrieben vor allem durch hohe Ölpreise und den im Jahresvergleich nachlassenden Effekt der CO₂-Steuer für Verbraucher. Die Bank stellte zudem fest, dass die weltweiten Ölpreise rund 10 US-Dollar pro Barrel über den Annahmen liegen, die im geldpolitischen Bericht vom April zugrunde gelegt wurden. Diese Entwicklung dürfte die Inflation in den kommenden Monaten nahe der 3%-Marke halten.

Während sich die Kerninflationsraten – also die Inflation ohne volatile Energie- und Lebensmittelpreise – in Richtung des 2%-Ziels abgeschwächt haben, beobachten die Verantwortlichen genau, ob die höheren Energiekosten beginnen, auf eine breitere Palette von Verbraucherpreisen überzugreifen. Gouverneur Macklem erklärte, die Zentralbank sei grundsätzlich bereit, über die kurzfristigen Auswirkungen höherer Energiekosten hinwegzusehen – jedoch nur so lange, wie sich dieser Druck nicht in der breiteren Wirtschaft festsetzt.

Unsicherheit durch US-Handelspolitik und Nahost-Konflikt

Zusätzlich zur innenwirtschaftlichen Gemengelage belasten externe Risiken den geldpolitischen Ausblick. Die Bank of Canada warnte, dass die Unsicherheit über die US-Handelspolitik sowie der anhaltende Konflikt im Nahen Osten die Zentralbank letztlich zum Handeln zwingen könnten – in die eine oder andere Richtung.

Macklem skizzierte dabei zwei mögliche Szenarien: Sollten erhebliche neue US-Handelsbeschränkungen in Kraft treten, könnten weitere Zinssenkungen notwendig werden, um das Wachstum zu stützen. Sollten hingegen die Energiepreise länger erhöht bleiben und der Inflationsdruck sich ausweiten, könnten aufeinanderfolgende Zinserhöhungen erforderlich werden. Die Bank bekräftigte daher ihr Versprechen, „flexibel" zu bleiben, wenn sich die Bedingungen ändern.

Für Anleger – auch hierzulande mit Blick auf kanadische Aktien oder den TSX-Index – verdeutlicht die Erklärung einen zunehmend ungewissen Zinspfad. Die Kombination aus konjunktureller Schwäche, hartnäckigem Inflationsdruck und geopolitischen Risiken macht präzise Prognosen für die weitere Geldpolitik der Bank of Canada derzeit besonders schwierig.

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