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Bank of Canada: Geschäftsklima verbesserte sich vor dem Nahost-Krieg

Eine neue Umfrage der Bank of Canada zeigt eine deutliche Stimmungsaufhellung in der kanadischen Wirtschaft – noch vor Kriegsausbruch.

Bank of Canada: Geschäftsklima verbesserte sich vor dem Nahost-Krieg

Die kanadische Wirtschaft zeigte sich zu Beginn des Jahres 2026 in besserer Verfassung als zuletzt. Laut dem am Montag veröffentlichten „Business Outlook Survey" der Bank of Canada verbesserte sich das Geschäftsklima im ersten Quartal 2026 spürbar und erreichte ein Niveau ähnlich dem vor dem Handelskonflikt mit den Vereinigten Staaten. Die Umfrage wurde zwischen dem 5. und 25. Februar durchgeführt – also noch vor dem Ausbruch des Krieges im Nahen Osten.

Besonders auffällig ist der Rückgang der Rezessionserwartungen. Der Anteil der Unternehmen, die für die nächsten zwölf Monate eine Rezession in Kanada einkalkulieren, sank von 22 Prozent auf nur noch 9 Prozent. Das ist der niedrigste Stand seit Beginn der Erhebung im Jahr 2023 und ein deutliches Signal für eine verbesserte Grundstimmung in der kanadischen Wirtschaft.

Im Vergleich zum Vorquartal gaben zudem weniger Unternehmen an, dass Handelsspannungen ihre Absatzerwartungen belasten. Gleichzeitig wiesen mehr Firmen darauf hin, dass öffentliche Ausgaben den Umsatz stützen – ein Hinweis auf die stabilisierende Wirkung staatlicher Konjunkturmaßnahmen.

Investitionen und Beschäftigung im Aufwind

Die Investitionsabsichten der kanadischen Unternehmen verbesserten sich das zweite Quartal in Folge. Der entsprechende Meinungssaldo liegt nun deutlich über seinem langfristigen Durchschnitt. Bemerkenswert ist dabei, dass die gesamte Verbesserung auf Unternehmen zurückzuführen ist, die angaben, ihre Investitionsplanung sei nicht von den Handelsspannungen betroffen.

Auch auf dem Arbeitsmarkt zeichnet sich eine positive Entwicklung ab. Fast die Hälfte der befragten Unternehmen plant, in den nächsten zwölf Monaten zusätzliches Personal einzustellen. Der Anteil der Firmen mit konkreten Einstellungsplänen liegt damit nahe dem historischen Durchschnitt – ein weiteres Zeichen für die Stabilisierung der Wirtschaftslage.

Bei den Preiserwartungen zeigt sich ein gemischtes Bild. Unternehmen, die noch vor dem Kriegsausbruch befragt wurden, rechnen für die nächsten zwölf Monate mit einer stabilen Entwicklung ihrer Einkaufs- und Verkaufspreise. Im Durchschnitt erwarten die Betriebe ein Lohnwachstum von rund 3,5 Prozent – und gehen davon aus, dass die Löhne langsamer steigen werden als in den vergangenen zwölf Monaten.

Nahost-Krieg trübt den Ausblick

Die Nachfassbefragungen, die zwischen dem 18. und 27. März – also nach Kriegsausbruch – durchgeführt wurden, zeichnen ein etwas anderes Bild. Viele Unternehmen sind bereits mit höheren Vorleistungskosten konfrontiert. Als Ursache nennt die Zentralbank kriegsbedingte Preissteigerungen bei Energie, Düngemitteln und Frachtraten im Nahen Osten.

Die Inflationserwartungen der Unternehmen für das kommende Jahr zogen infolgedessen leicht an. Dieser Anstieg ist laut Bank of Canada auf die Einschätzungen der im März befragten Teilnehmer zurückzuführen. Dennoch bleiben die Erwartungen über alle Zeithorizonte hinweg unter dem Höchststand, der während des Höhepunkts des Handelskonflikts Anfang 2025 erreicht wurde.

Trotz der gestiegenen Kosten durch den Nahost-Konflikt blieben die Aussichten der meisten Unternehmen für Absatz, Investitionen und Beschäftigung laut der Zentralbank weitgehend unverändert. Die kanadische Wirtschaft zeigt sich damit vorerst widerstandsfähig gegenüber den neuen geopolitischen Unsicherheiten – wenngleich die weitere Entwicklung des Konflikts und seine Auswirkungen auf die globalen Lieferketten genau beobachtet werden dürften.

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