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Bank of America warnt: S&P 500 auf Rekordhoch selektiv kaufen

BofA-Strategen raten von blinder Marktrallye ab und empfehlen gezielte Aktienauswahl statt breitem Indexkauf.

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Bank of America warnt: S&P 500 auf Rekordhoch selektiv kaufen

Die Bank of America (BofA) warnt Anleger davor, der aktuellen Marktrallye blind hinterherzulaufen. Stattdessen plädieren die Strategen des US-Finanzriesen für einen selektiveren Ansatz – selbst während der S&P 500 erneut in Richtung Allzeithochs klettert. Grundlage dieser Einschätzung ist der hauseigene Sell Side Indicator (SSI), ein viel beachteter Kontraindikator der Wall Street.

Der SSI bildet die durchschnittlich empfohlene Aktienquote von Wall-Street-Strategen in einem ausgewogenen Portfolio ab. Im April verharrte er bei 55,6% – unverändert gegenüber März. Damit liegt er 30 Basispunkte unter seinem Stand zu Jahresbeginn, aber 1,1 Prozentpunkte über dem Vorjahresniveau, als er nach dem sogenannten „Liberation Day" auf 54,5% gefallen war.

Neutraler Bereich, aber näher am Verkaufssignal

Aktuell befindet sich der Indikator im neutralen Bereich. Allerdings ist er deutlich näher an einem Verkaufssignal als an einem Kaufsignal: Nur 1,9 Prozentpunkte trennen ihn vom Verkaufssignal, während es 4,4 Prozentpunkte bis zum Kaufsignal sind. „Das aktuelle Niveau von 55,6% liegt deutlich unter den Werten früherer Markthöchststände, die üblicherweise über 59% lagen", erklärten die BofA-Strategen. Das impliziere eine Kursrendite des S&P 500 von 13% über die nächsten zwölf Monate – dies sei jedoch lediglich eine von fünf Komponenten für das Kursziel des Index, und zugleich die optimistischste.

Der April war für den S&P 500 ein außergewöhnlich starker Monat: Der Index legte mehr als 10% zu, was einer monatlichen Rendite im 98. Perzentil seit 1928 entspricht. Angetrieben wurde die Rallye durch Hoffnungen auf einen Waffenstillstand sowie über den Erwartungen liegende Unternehmensgewinne. Doch hinter den starken Indexzahlen verbirgt sich ein deutlich differenzierteres Bild.

Rallye auf wenige Schwergewichte konzentriert

Die Kursgewinne waren stark auf die Mega-Caps des Index konzentriert. Der gleichgewichtete S&P 500 blieb gegenüber der marktkapitalisierungsgewichteten Benchmark um satte 5 Prozentpunkte zurück. „Nur 23% der Aktien entwickelten sich besser als der S&P 500 – der viertniedrigste Monatswert in unserer Datenhistorie seit 1986", hoben die Strategen hervor. Für Anleger bedeutet das: Wer einfach den Index kauft, profitiert vor allem von einer Handvoll Technologieriesen.

Trotz der robusten Gewinnsaison sehen die BofA-Strategen weitere Risikofaktoren. Sie verweisen auf eine „Verschlechterung der Angebots- und Nachfragedynamik am Aktienmarkt" sowie auf „verzögerte Auswirkungen des noch ungelösten Iran-Konflikts" als potenzielle Belastungsfaktoren für die Bewertungen. Diese Kombination aus strukturellen Marktrisiken und geopolitischer Unsicherheit unterstreicht die Empfehlung zur Selektivität.

Auf der Käuferseite (Buyside) spiegeln sich die SSI-Daten wider: Die Aktienallokationen der Fondsmanager gingen in diesem Jahr zwar zurück, zeigten jedoch keine Anzeichen von Panik. Das deutet darauf hin, dass institutionelle Investoren ebenfalls vorsichtig agieren, ohne dabei in Verkaufspanik zu verfallen – ein Zeichen für eine abwartende, aber nicht pessimistische Marktstimmung.

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