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Bank of America warnt: Extremer Optimismus sendet Verkaufssignal für Aktien

Bull & Bear Indikator steigt auf 9,4 Punkte – Märkte gelten als überkauft

Bank of America warnt: Extremer Optimismus sendet Verkaufssignal für Aktien

Die Stimmung an den globalen Aktienmärkten hat nach Einschätzung der Bank of America ein gefährlich hohes Niveau erreicht. Der hauseigene Bull & Bear Indikator kletterte von 9,2 auf 9,4 Punkte und sendet damit weiterhin ein klares Verkaufssignal für Risikoanlagen. Chefstratege Michael Hartnett sieht mehrere Warnsignale, die Anleger ernst nehmen sollten.

Der Anstieg des Indikators wird durch eine starke Breite der globalen Aktienindizes, ausgeprägte Long-Positionierungen und robuste technische Indikatoren am Kreditmarkt getrieben. Besonders besorgniserregend: 89 Prozent der globalen MSCI-Aktienindizes notieren mittlerweile über ihren 50-Tage- und 200-Tage-Durchschnitten. Historisch betrachtet signalisiert ein Schwellenwert von 88 Prozent ein erhöhtes Abwärtsrisiko für Aktien.

Defensive Positionierung empfohlen

Trotz der Warnsignale gibt Hartnett konkrete Empfehlungen für 2026. Er favorisiert eine Long-Positionierung bei Anleihen als Absicherung gegen Disinflation und potenzielle Entschuldung. Zudem setzt er auf eine strukturell bullische Haltung gegenüber internationalen Vermögenswerten, insbesondere China. "Kaufen Sie China, um sich für das Ende der chinesischen Deflation und einen potenziellen politischen Wandel zu positionieren", schreibt der Stratege.

Gold bleibt eine Kernallokation als Absicherung gegen eine mögliche Entwertung des US-Dollars. Mid-Cap-Aktien werden als Profiteure der inländischen Wirtschaftsdynamik angesehen. Negativ positioniert bleiben die BofA-Strategen hingegen gegenüber dem US-Dollar und Investment-Grade-Tech-Krediten.

Massive Umschichtungen in defensive Anlagen

Die Fondszuflüsse der vergangenen Woche unterstreichen eine deutliche Verschiebung hin zu defensiven und realen Vermögenswerten. Anleihenfonds zogen beeindruckende 17 Milliarden US-Dollar an, Geldmarktfonds verzeichneten Zuflüsse von 10 Milliarden Dollar. Besonders auffällig: Gold-Investments erhielten 6,7 Milliarden Dollar – der größte wöchentliche Zufluss seit Oktober.

Aktienfonds erlitten dagegen Abflüsse in Höhe von 15,4 Milliarden Dollar, während Kryptoprodukte rund 400 Millionen Dollar verloren. Nach Sektoren betrachtet verzeichneten Rohstofffonds einen Rekordzufluss von 11,8 Milliarden Dollar. Der Energiesektor sah mit 2,3 Milliarden Dollar den größten Zufluss seit Oktober 2023.

China-Aktien unter Druck

Regional zeigt sich ein gemischtes Bild. China-Aktienfonds erlitten die zweite Woche in Folge einen Rekordabfluss von 60,5 Milliarden Dollar, was die Bank of America auf wahrscheinliche Verkäufe der "Nationalmannschaft" zurückführt. US-Aktienfonds verzeichneten dagegen wieder Zuflüsse von 9,2 Milliarden Dollar. Europa erlebte nach sieben Wochen den ersten wöchentlichen Abfluss, während die Schwellenmärkte ihre Abzugsserie fortsetzten.

Für deutsche Anleger bedeutet das aktuelle Marktumfeld erhöhte Vorsicht. Die Kombination aus extremem Optimismus und überkauften technischen Indikatoren hat in der Vergangenheit oft Korrekturen eingeleitet. Eine Diversifikation in defensive Anlageklassen erscheint vor diesem Hintergrund ratsam.

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