Bank of America Stratege: Was Anleger im Mai kaufen sollten
Michael Hartnett von der Bank of America nennt konkrete Kauf- und Verkaufskandidaten für den Mai – basierend auf überkauften und überverkauften Signalen.

Michael Hartnett, Chef-Aktienstratege der Bank of America, hat in seinem wöchentlichen „Flow Show"-Bericht seine „Käufe und Verkäufe des Mai" veröffentlicht. Der Stratege orientiert sich dabei an technischen Signalen – konkret an den gleitenden 50-Tage- und 200-Tage-Durchschnitten – und leitet daraus ab, welche Marktsegmente aktuell riskant hoch bewertet oder attraktiv überverkauft erscheinen. Der Bericht wurde am Freitag veröffentlicht und richtet sich an institutionelle wie private Anleger weltweit.
Hartnett vermutet, dass sich ein zyklischer Aufschwung in der US-Wirtschaft abzeichnen könnte. Sollte diese Einschätzung zutreffen, könnten überverkaufte Werte nach oben drehen, während überhitzte Segmente unter Druck geraten. Die Analyse liefert damit eine klare Orientierung für Anleger, die ihr Portfolio im Mai neu ausrichten möchten.
Diese Titel gelten als überkauft – Vorsicht ist geboten
Auf der Verkaufsseite listet Hartnett gleich mehrere Segmente auf, die im Verhältnis zu ihren gleitenden Durchschnitten riskant hoch notieren:
- Halbleiteraktien (SOX)
- Ölaktien (USO)
- Taiwan-Aktien (EWT)
- Tech-Aktien (XLK)
- KI-Werte (BAI)
Diese Bereiche haben in den vergangenen Monaten teils erhebliche Kursgewinne verzeichnet. Für Hartnett sind sie damit anfällig für eine Korrektur, insbesondere wenn sich das Marktumfeld dreht. Gerade Halbleiter- und KI-Werte stehen seit Monaten im Fokus der Anleger und haben entsprechend hohe Bewertungen aufgebaut.
Überverkaufte Segmente als potenzielle Kaufchancen
Auf der Kaufseite sieht Hartnett hingegen deutliches Aufholpotenzial bei folgenden Marktsegmenten:
- Chinesische Tech-Werte (KWEB)
- Globale Rüstungsaktien (SHLD)
- Gesundheitssektor (XLV)
- Staatsanleihen mit langer Laufzeit (ZROZ)
Diese Bereiche sind laut dem Strategen stark überverkauft und könnten eine Trendwende einleiten. Besonders interessant: Hartnett weist darauf hin, dass jedes Anzeichen für gute Nachrichten aus dem Persischen Golf eine Erholung in diesen Segmenten beschleunigen könnte. Geopolitische Entspannung wäre demnach ein wichtiger Katalysator.
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Zur AktienanalyseDie 5-Prozent-Marke bei US-Staatsanleihen als Schlüsselsignal
Ein zentrales Thema in Hartnetts Analyse ist die Rendite langfristiger US-Staatsanleihen. Der Stratege betont, dass die Marke von 5 Prozent gehalten werden muss, um den sogenannten „Boom-Loop" – einen sich selbst verstärkenden wirtschaftlichen Aufschwung – intakt zu halten. Überschreiten die Renditen diese Schwelle nachhaltig, könnte dies den positiven Wirtschaftskreislauf unterbrechen und Druck auf Risikoanlagen ausüben.
Für deutsche Anleger ist diese Einschätzung besonders relevant, da steigende US-Renditen erfahrungsgemäß auch europäische Märkte belasten und den Euro-Dollar-Kurs beeinflussen können. Hartnetts „Flow Show" gilt in der Finanzbranche als vielbeachteter Wochenkommentar, der Kapitalflüsse analysiert und daraus Markttrends ableitet. Seine Einschätzungen werden von institutionellen Investoren weltweit aufmerksam verfolgt.


