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Bank of America senkt USD/JPY-Prognose wegen verbesserter Yen-Aussichten

Die US-Großbank revidiert ihre mittelfristige Haltung zum japanischen Yen nach Jahren des strukturellen Pessimismus deutlich nach oben.

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Bank of America senkt USD/JPY-Prognose wegen verbesserter Yen-Aussichten

Bank of America hat ihre Prognose für das Währungspaar USD/JPY zum Jahresende 2026 von 157 auf 152 gesenkt. Damit rückt die US-Großbank ihre mittelfristige Haltung gegenüber dem japanischen Yen nach Jahren des strukturellen Pessimismus in Richtung neutral. FX-Stratege Shusuke Yamada begründet den Schritt mit einer sich verbessernden strukturellen Flussdynamik.

„Wir waren seit 2021 strukturell pessimistisch gegenüber dem JPY eingestellt und haben unseren Ausblick seit 2022 auf eine längere Phase der JPY-Schwäche gestützt, die durch strukturelle Abflüsse getrieben wurde", erklärte Yamada. „Es gibt jedoch nun Anzeichen für eine Verbesserung der strukturellen Flussdynamik", fügte er hinzu. Die strukturellen Yen-Verkäufe, eine der beiden Hauptkräfte hinter dem lang anhaltenden Rückgang der Währung, schwächen sich demnach ab.

Zusätzlich zur Jahresend-2026-Prognose senkte Bank of America auch ihre USD/JPY-Prognose für Ende 2027 von 150 auf 145. Damit liegt die Bank leicht unter dem Marktkonsens und den aktuellen Terminkursen – ein Signal, dass die Analysten dem Yen mehr Aufwertungspotenzial einräumen als der breite Markt.

Japans Außenbilanz als zentraler Treiber

Ein wesentlicher Faktor hinter der Prognoserevision ist die Verbesserung der japanischen Außenbilanz. Auf Basis der sogenannten Grundbilanz – die Leistungsbilanz kombiniert mit den Direktinvestitionsflüssen – ist Japan in einen Überschuss übergegangen. Zum Vergleich: Der Überschuss der Eurozone ist faktisch verschwunden, während die USA weiterhin ein Defizit von rund 4 % des BIP aufweisen.

Bemerkenswert ist dabei die Rolle der KI-bezogenen Warenexporte. Diese machen mittlerweile rund 22 % der gesamten japanischen Exporte aus und helfen, ein wachsendes Defizit bei digitalen Dienstleistungen auszugleichen. Der globale KI-Boom kommt Japan damit auf unerwartete Weise zugute.

Yamada verweist zudem auf steigende ausländische Direktinvestitionen in Japan (FDI). Diese sind stark genug gewachsen, um die anhaltende Ausweitung japanischer Direktinvestitionen im Ausland weitgehend auszugleichen. Japans Platzierung im Kearney FDI Confidence Index verbesserte sich im Jahr 2025 auf den dritten Rang weltweit – hinter den USA und Kanada.

Zinsentwicklung stützt den Yen zunehmend

Auf der Zinsseite argumentiert Yamada, dass weitere Anstiege der japanischen Renditen den Yen eher stützen als belasten könnten – sofern die fiskalischen Risiken ihren Höhepunkt erreicht haben. Als Belege nennt er eine sich verengende Lücke zwischen Bankkrediten und Einlagen sowie eine Wende zu positiven Realzinsen bei 10-jährigen japanischen Staatsanleihen (JGB). Diese Entwicklungen deuteten darauf hin, dass Renditesteigerungen zunehmend die tatsächliche Wirtschaftstätigkeit widerspiegelten und nicht mehr nur fiskalischen Stress.

Trotz des verbesserten Ausblicks empfiehlt Yamada keine direkten Long-Positionen im Yen. „Eine klare JPY-Long-Position würde weiterhin einen Politikwechsel erfordern – oder Devisen- und Zinsniveaus, die einen solchen Wechsel auslösen würden – sowie einen Rückgang der Ölpreise", schrieb er.

Katalysatoren und Risiken im Blick

Der Stratege benennt konkrete Auslöser, die er für eine aktivere Yen-Positionierung beobachten würde:

  • 10-jährige JGB-Renditen, die die Marke von 3 % erreichen
  • Ein Anstieg von USD/JPY auf 160
  • Ein Fall des Brent-Rohölpreises unter 90 US-Dollar pro Barrel

Auf der anderen Seite stehen klare Abwärtsrisiken für den Yen. Dazu zählen anhaltend hohe Ölpreise, eine Verlangsamung der KI-bezogenen Exporte, eine Beschleunigung der Yen-Verkäufe durch private japanische Haushalte sowie eine Ausweitung des fiskalischen Drucks in Japan.

Für deutsche Anleger und Investoren mit Engagements in japanischen Aktien oder Anleihen ist die Entwicklung des Yen ein wichtiger Faktor. Eine Aufwertung des Yen gegenüber dem US-Dollar kann Renditen aus japanischen Anlagen in Euro-Rechnung positiv beeinflussen – sofern keine Währungsabsicherung besteht.

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