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Bangladeschs Zentralbank hält Leitzins bei 10% zur Inflationsbekämpfung

Die Bangladesh Bank belässt ihren Leitzins unverändert und setzt ihre straffe Geldpolitik gegen hartnäckige Inflation fort.

Bangladeschs Zentralbank hält Leitzins bei 10% zur Inflationsbekämpfung

Die Zentralbank Bangladeschs hat ihren Leitzins am Dienstag unverändert bei 10% belassen. Mit dieser Entscheidung hält die Bangladesh Bank an ihrer restriktiven Geldpolitik fest, um die Inflation weiter zu senken. Das Land steht dabei vor einem schwierigen Balanceakt: verlangsamtes Wirtschaftswachstum auf der einen, hartnäckige Preissteigerungen auf der anderen Seite.

Die Gesamtinflation ist zwar von einem Höchststand von 11,7% im Juli 2024 auf 9,4% im Mai 2026 gesunken, liegt damit aber weiterhin deutlich über dem offiziellen Zielwert. Die Regierung strebt für das im Juni 2027 endende Geschäftsjahr ein Wirtschaftswachstum von 6,5% und eine Inflationsrate von 7,5% an. Bis dahin bleibt der Weg noch weit.

„Die Bangladesh Bank wird ihren kontraktiven geldpolitischen Kurs in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres beibehalten, um die Gesamtinflation einzudämmen und die langfristigen Inflationserwartungen zu verankern", erklärte die Zentralbank in ihrer offiziellen Mitteilung.

Strukturelle Probleme erschweren die Geldpolitik

Die Zentralbank räumte jedoch ein, dass eine straffe Geldpolitik allein die Inflation nicht vollständig bekämpfen könne. Wenn die Preissteigerungen eher auf strukturelle Ineffizienzen und Engpässe in den Lieferketten als auf eine Übernachfrage zurückzuführen seien, stoße das klassische geldpolitische Instrument an seine Grenzen. Dies ist eine wichtige Einschränkung, die die Komplexität der wirtschaftlichen Lage in Bangladesh verdeutlicht.

Zu den weiteren Herausforderungen zählt die Zentralbank ein hohes Maß an notleidenden Krediten, schwache private Investitionen, Unsicherheiten bei der Energieversorgung sowie externe Anfälligkeiten. Das Kreditwachstum im Privatsektor verlangsamte sich Ende Mai auf lediglich 5%, da die Banken aufgrund steigender Kreditausfälle und einer erhöhten staatlichen Kreditaufnahme vorsichtig agierten. Überschüssige Liquidität floss dabei zunehmend in Staatsanleihen statt in Unternehmenskredite – ein Trend, der private Investitionen zusätzlich bremst.

Nahost-Konflikt als zusätzliches Risiko

Die Zentralbank warnte zudem vor den Auswirkungen des eskalierenden Konflikts im Nahen Osten. Eine mögliche Unterbrechung der Öl- und Düngemittellieferungen könnte die importierte Inflation erhöhen und neue Risiken für die wirtschaftliche Erholung des Landes schaffen. Bangladesh ist als Importeur von Energie und landwirtschaftlichen Vorleistungen besonders anfällig für solche externen Schocks.

Um der Kreditklemme entgegenzuwirken, verwies die Zentralbank auf ein bereits angekündigtes Konjunkturpaket in Höhe von 600 Milliarden Taka – umgerechnet rund 4,9 Milliarden US-Dollar. Das Programm richtet sich an Industrie, Landwirtschaft sowie kleine und mittlere Unternehmen. Es soll die Industrieproduktion ankurbeln und nach Angaben der Zentralbank rund 2,5 Millionen direkte und indirekte Arbeitsplätze schaffen.

Insgesamt zeigt die Lage in Bangladesh, wie viele Schwellenländer derzeit mit einem schwierigen Mix aus hartnäckiger Inflation, schwachem Kreditwachstum und globalen Unsicherheiten kämpfen. Die Entscheidung, den Leitzins stabil zu halten, signalisiert, dass die Zentralbank Preisstabilität weiterhin als vorrangiges Ziel betrachtet – auch wenn dies kurzfristig das Wirtschaftswachstum dämpft.

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