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Bangladesch sichert LNG-Versorgung mit US-Abkommen bis 2038

Bangladesch genehmigt langfristigen LNG-Vertrag mit Gunvor über 117 Ladungen – als Reaktion auf globale Gasmarkt-Störungen.

Bangladesch sichert LNG-Versorgung mit US-Abkommen bis 2038

Bangladesch hat am Mittwoch ein bedeutendes langfristiges Lieferabkommen für Flüssigerdgas (LNG) mit dem US-amerikanischen Energieunternehmen Gunvor genehmigt. Der Vertrag umfasst insgesamt 117 Ladungen und läuft von 2026 bis 2038. Das südasiatische Land reagiert damit auf wachsende Unsicherheiten auf den globalen Gasmärkten, die durch den Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran ausgelöst wurden.

Das zwischenstaatliche Abkommen sieht eine gestaffelte Lieferstruktur vor: Für das Jahr 2026 sind fünf Ladungen vorgesehen, für 2027 und 2028 jeweils sechs Ladungen. Die Preisgestaltung orientiert sich dabei an zwei unterschiedlichen Referenzmarken, je nach Lieferzeitraum.

Preisstruktur: JKM und Henry Hub als Referenzmarken

Die Lieferungen für 2026, 2027 sowie drei der sechs Ladungen im Jahr 2028 werden auf Basis des Japan Korea Marker (JKM) Index berechnet – zuzüglich eines Aufschlags von 8,75 Cent pro Million britischer Wärmeeinheiten (mmBtu). Der JKM gilt als wichtigste Preisreferenz für LNG-Lieferungen im asiatisch-pazifischen Raum. Die verbleibenden drei Ladungen für 2028 sowie jährlich zehn Ladungen von 2029 bis 2038 werden hingegen mit 121 Prozent der US-Referenzmarke Henry Hub zuzüglich 5,20 US-Dollar pro mmBtu abgerechnet. Der Henry Hub ist der maßgebliche Erdgaspreisindex in den Vereinigten Staaten.

Neben dem Gunvor-Abkommen genehmigte die bangladeschische Regierung zudem acht zusätzliche LNG-Ladungen im Wege der Direktbeschaffung. Die in Hongkong ansässige Zhenyu Shipping Company Limited liefert dabei zwei Ladungen zu einem Festpreis von 14,95 US-Dollar pro mmBtu. Sechs weitere Ladungen werden zum JKM-Index zuzüglich 0,54 US-Dollar pro mmBtu abgerechnet.

Mehrere internationale Lieferanten beteiligt

An der Direktbeschaffung sind mehrere internationale Unternehmen beteiligt. Jeweils zwei Ladungen stammen von der britischen Blackcube International Limited, der omanischen Maxwell International SPC sowie der australischen Global Fuel Supplies Pte Ltd. – letztere bezogen über die malaysische Plentitude Energy Sdn Bhd. Die breite geografische Streuung der Lieferanten verdeutlicht Bangladeschs Bemühen, seine Energieversorgung auf mehrere Quellen zu stützen.

Hintergrund der Beschaffungsoffensive sind erhebliche Störungen auf den globalen LNG-Märkten. QatarEnergy, einer der weltgrößten LNG-Exporteure, hat infolge des laufenden Konflikts für einige langfristige Verträge höhere Gewalt – sogenannte Force Majeure – angemeldet. Dies führt zu Unterbrechungen katarischer Exporte und beeinträchtigt sowohl die LNG-Produktion als auch wichtige Schifffahrtsrouten.

Für Bangladesch, das stark auf Gasimporte angewiesen ist, stellt die Energiesicherheit eine zentrale wirtschaftspolitische Herausforderung dar. Das Land hatte in den vergangenen Jahren bereits mit Engpässen in der Stromversorgung zu kämpfen, die teilweise auf volatile LNG-Preise und Lieferprobleme zurückzuführen waren. Das nun genehmigte Langzeitabkommen mit Gunvor soll die Versorgungssicherheit bis weit in die 2030er Jahre hinein gewährleisten.

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