Baltic-Dry-Index fällt um 1,4 Prozent – alle Schiffsklassen schwächeln
Der wichtige Frachtindex der Baltic Exchange gab am Montag über alle Schiffskategorien hinweg nach und verlor 38 Punkte.

Der Baltic-Dry-Index (BDI) ist am Montag spürbar gefallen. Der von der Baltic Exchange berechnete Leitindex für den globalen Schüttgutverkehr verlor 38 Punkte oder 1,4 Prozent und schloss bei 2.684 Punkten. Besonders auffällig: Der Rückgang zog sich durch alle Schiffskategorien – von den großen Capesizern bis zu den kleineren Panamax-Frachtern.
Der Capesize-Index, der die größten Schüttgutfrachter abbildet, verzeichnete den stärksten Rückgang. Er sank um 75 Punkte oder 1,8 Prozent auf 4.074 Punkte. Dabei ist bemerkenswert, dass der Index in der vorangegangenen Sitzung noch seinen höchsten Stand seit dem 10. Juni erreicht hatte. Die durchschnittlichen Tageserträge für Capesize-Schiffe fielen um 684 US-Dollar auf 33.444 US-Dollar.
Capesize-Schiffe transportieren typischerweise Ladungen von rund 150.000 Tonnen – darunter vor allem Eisenerz und Kohle. Sie sind damit ein wichtiger Indikator für die globale Rohstoffnachfrage, insbesondere aus Schwellenländern wie China.
Kokskohle-Futures belasten den Markt
Ein wesentlicher Belastungsfaktor für den Capesize-Markt war der Rückgang der chinesischen Kokskohle-Futures. Hintergrund ist die Erwartung eines steigenden Angebots: Die Kohleproduktion in der chinesischen Provinz Shanxi wurde wieder aufgenommen, gleichzeitig stiegen die Importe. Beides zusammen drückte auf die Preiserwartungen und damit auf die Frachtraten.
Auch der Panamax-Index gab deutlich nach. Er fiel um 37 Punkte oder 1,8 Prozent auf 2.059 Punkte. Die durchschnittlichen Tageserträge für Panamax-Schiffe, die üblicherweise zwischen 60.000 und 70.000 Tonnen Kohle oder Getreide befördern, sanken um 328 US-Dollar auf 18.532 US-Dollar.
Was der Baltic-Dry-Index für Anleger bedeutet
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Zur AktienanalyseDer Baltic-Dry-Index gilt als Frühindikator für die globale Wirtschaftsaktivität. Da er die Nachfrage nach Rohstoffen wie Kohle, Eisenerz und Getreide widerspiegelt, beobachten ihn Investoren weltweit als Stimmungsbarometer für Industrie und Handel. Ein fallender BDI kann auf nachlassende Nachfrage nach Rohstoffen hindeuten – muss aber nicht zwingend ein negatives Signal sein, da auch ein Überangebot an Schiffskapazität die Raten drücken kann.
Für deutsche Anleger ist der Index besonders relevant, da er indirekte Rückschlüsse auf die Nachfrage nach deutschen Exportgütern und die globale Industriekonjunktur erlaubt. Reedereien und Rohstoffunternehmen, die an deutschen Börsen gelistet sind, reagieren häufig sensibel auf Bewegungen des BDI.


