Bahn und EVG starten Tarifverhandlungen mit Angebot
Beide Seiten streben schnellen Abschluss an, Warnstreiks vor April ausgeschlossen

Die Deutsche Bahn und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) haben ihre Tarifverhandlungen aufgenommen. In der ersten Verhandlungsrunde am Dienstag legte die Arbeitgeberseite ein Angebot vor, ohne jedoch Details zu nennen. Bahn-Personalvorstand Martin Seiler erklärte in Frankfurt, dass dies als Zeichen für eine zügige Einigung gedacht sei. Beide Seiten streben einen schnellen Abschluss an, idealerweise noch vor der Bundestagswahl, um mögliche Warnstreiks zu vermeiden.
Seiler betonte, dass den Beschäftigten Planungssicherheit geboten werden müsse. Die Bahn sei bereit, ihren Beitrag zu leisten, um rasch zu einer Lösung zu kommen. Bis Ende März sind keine Warnstreiks zu erwarten, da der derzeitige Tarifvertrag und die damit verbundene Friedenspflicht noch gelten. Auch die EVG zeigte sich gesprächsbereit. Verhandlungsführerin Cosima Ingenschay erklärte, die Gewerkschaft wolle konstruktive und zügige Gespräche führen. Die wirtschaftliche Situation sei herausfordernd, daher sei eine schnelle Klärung für die Beschäftigten besonders wichtig. Streikmaßnahmen ab April seien aus Sicht der Gewerkschaft nur das letzte Mittel.
Die EVG fordert eine Gehaltserhöhung um 7,6 Prozent für die Beschäftigten der Deutschen Bahn. Schichtarbeiter sollen zusätzlich eine Erhöhung von 2,6 Prozent erhalten, die teilweise in freie Tage umgewandelt werden kann. Für Gewerkschaftsmitglieder ist zudem eine Sonderzahlung von 500 Euro vorgesehen. Darüber hinaus fordert die EVG eine Arbeitsplatzgarantie für alle Beschäftigten bis Ende 2027. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags wurde von der Gewerkschaft nicht konkret festgelegt. Insgesamt betreffen die Verhandlungen etwa 192.000 Beschäftigte, die unter die Tarifverträge der EVG fallen.
Die Gewerkschaft hatte frühzeitig auf Verhandlungen gedr
ängt, da die politische Zukunft der Bahn nach der Bundestagswahl unsicher ist. Die Union, die als mögliche Regierungspartei gilt, hat sich mehrfach für eine Zerschlagung des Konzerns ausgesprochen. Die Deutsche Bahn wiederum hat ein großes Interesse an einem schnellen Abschluss der Tarifverhandlungen, da sich das Unternehmen inmitten eines umfangreichen Sanierungsprozesses befindet.
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Zur AktienanalyseDie aktuellen Tarifverträge laufen noch bis Ende März. In den kommenden zwei Wochen sind weitere Verhandlungsrunden angesetzt. Die Verhandlungen werden mit Spannung verfolgt, da eine Einigung noch vor der Bundestagswahl angestrebt wird.


