Bahn informiert früher über Gleiswechsel
Auch Haltausfälle und Ankunftsprognosen sollen zuverlässiger mitgeteilt werden

Die Deutsche Bahn plant, Fahrgäste künftig deutlich früher über Änderungen bei Gleisbelegungen, Halten und Anschlussverbindungen zu informieren. Vor allem auf Kopfbahnhöfen kam es in der Vergangenheit häufig zu kurzfristigen Gleiswechseln, die für viele Reisende eine große Herausforderung darstellen. Besonders ältere Menschen oder Reisende mit schwerem Gepäck haben Schwierigkeiten, innerhalb weniger Minuten das neue Gleis zu erreichen. Um die Situation zu verbessern, soll ein Gleiswechsel künftig mindestens sieben Minuten vor Einfahrt des Zuges feststehen. Je nach Entfernung zum Ersatzgleis könne sich daraus ein größerer Vorlauf für die Passagiere ergeben.
Darüber hinaus soll auch die Kommunikation bei ausfallenden Halten verbessert werden. Wird ein Fernzug einen geplanten Halt nicht bedienen, sollen Fahrgäste dies künftig spätestens eine Stunde im Voraus erfahren. Im Regionalverkehr soll die Information über einen Haltausfall spätestens 30 Minuten vor dem eigentlichen Halt bereitgestellt werden. Bei S-Bahnen verkürzt sich die Frist auf 15 Minuten. Bis Ende 2024 galt in solchen Fällen noch eine Vorlaufzeit von elf Minuten.
Grundlage für die geplanten Änderungen sind Rückmeldungen von Reisenden sowie Gespräche mit dem Fahrgastverband Pro Bahn. Viele Fahrgäste hatten sich unzufrieden darüber geäußert, nicht ausreichend oder rechtzeitig informiert worden zu sein. Die Bahn reagiert darauf mit einer umfassenden Informationsoffensive, die laut Vorständin Daniela Gerd tom Markotten ambitionierte Ziele verfolgt. Auch bei Prognosen zur Ankunftszeit verspäteter Züge will das Unternehmen präziser werden. Derzeit stimmen diese Vorhersagen oft nicht mit der tatsächlichen Ankunft überein und müssen regelmäßig angepasst werden.
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Zur AktienanalyseBis zum Jahr 2027 strebt die Deutsche Bahn an, in 80 Prozent der Fälle genaue und rechtzeitige Informationen über Prognosen, Gleiswechsel und Haltausfälle bereitzustellen. Aktuell liegt die Quote bei 74 Prozent. Die geplanten Maßnahmen sollen helfen, die Kundenzufriedenheit zu steigern und das Reiseerlebnis zu verbessern. Die Änderungen erfolgen vor dem Hintergrund eines schwierigen Geschäftsjahres 2024, in dem das Unternehmen einen Milliardenverlust verbuchen musste und die Pünktlichkeit einen Tiefstand erreichte.

