B2Gold: Mali-Genehmigung beflügelt Aktie trotz Produktionskürzung
Nach einer wichtigen Bergbaugenehmigung in Mali schoss die B2Gold-Aktie um 22 Prozent nach oben – trotz gesenkter Produktionsprognose für 2026.

Der kanadische Goldproduzent B2Gold (TSX: BTO; NYSE-A: BTG) hat vergangene Woche eine bemerkenswerte Kursrally erlebt. Die Aktie sprang um 22 Prozent auf 7 kanadische Dollar, womit die Marktkapitalisierung des Unternehmens auf rund 9,4 Milliarden kanadische Dollar stieg. Auslöser war die Nachricht, dass B2Gold die sogenannte Menankoto-Abbaugenehmigung in Mali erhalten hat – ein entscheidender regulatorischer Meilenstein für das Wachstumsprojekt Fekola Regional.
Die Genehmigung kam für Anleger zu einem wichtigen Zeitpunkt: Nur einen Tag zuvor hatte das Unternehmen seine Produktionsprognose für 2026 nach unten korrigiert und einen gemischten Quartalsbericht vorgelegt. Die Kombination aus strategischem Fortschritt und operativen Herausforderungen prägt derzeit das Bild bei B2Gold.
Strategischer Meilenstein in Mali
Die Menankoto-Genehmigung erlaubt B2Gold gemeinsam mit der bereits bestehenden Dandoko-Explorationslizenz die Aufnahme von Entwicklungsarbeiten am Projekt Fekola Regional, das rund 20 Kilometer vom Hauptbergwerk Fekola entfernt liegt. CEO Mike Cinnamond bezeichnete die Erteilung der Genehmigung als grundlegenden Schritt, der die Zukunft des Fekola-Komplexes bis in die späten 2030er-Jahre sichere.
Gemäß den Bedingungen der Genehmigung unterliegt das Projekt dem malischen Bergbaugesetz von 2023. Dieses sieht eine Beteiligungsstruktur von 65 Prozent für B2Gold und 35 Prozent für den malischen Staat vor. Das unterscheidet sich vom ursprünglichen Fekola-Bergwerk, das noch unter dem Bergbaugesetz von 2012 mit einer 80-prozentigen Beteiligung für B2Gold läuft. BMO-Analyst Brian Quast mahnte zur Vorsicht: Ein nennenswerter Beitrag von Fekola Regional zum Produktionsprofil des laufenden Jahres 2026 sei unwahrscheinlich. Das Unternehmen erwartet, dass das Regionalprojekt bis 2027 hochgefahren wird und ab 2028 bis Mitte der 2030er-Jahre jährlich mehr als 150.000 Unzen Gold produziert.
Produktionsprognose gesenkt, Kosten verbessert
Parallel zur Genehmigungsnachricht verengte B2Gold seine Produktionsprognose für 2026 auf eine Spanne von 820.000 bis 920.000 Unzen – gegenüber dem bisherigen Zielkorridor von 820.000 bis 970.000 Unzen. Der Mittelpunkt der Prognose sank damit um 25.000 Unzen auf 870.000 Unzen.
Das Management nannte zwei Hauptgründe für die Anpassung: Verzögerungen bei der Erteilung der Menankoto-Genehmigung sowie anhaltende Betriebsprobleme beim Goose-Projekt im kanadischen Nunavut. Ein Brand im April hatte dort den Brechkreislauf beschädigt und die All-in Sustaining Costs (AISC) im zweiten Quartal auf 6.390 US-Dollar je Unze in die Höhe getrieben. Derzeit setzt B2Gold mobile Brecher am Goose-Standort ein. Laut Canaccord-Genuity-Analyst Carey MacRury peilt das Unternehmen bis Ende September 80 Prozent der geplanten Tageskapazität von 4.000 Tonnen an; die volle Kapazität soll erst in der ersten Hälfte 2027 wieder erreicht werden.
Trotz der Produktionskürzung gelang es B2Gold, die AISC-Prognose für das Gesamtjahr auf 2.370 bis 2.550 US-Dollar je Unze zu senken – nach zuvor 2.400 bis 2.580 US-Dollar. Starke Leistungen der Masbate-Mine auf den Philippinen und der Otjikoto-Mine in Namibia trugen maßgeblich dazu bei.
Gemischte Quartalszahlen, aber verbesserter Cashflow-Ausblick
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Zur AktienanalyseDie Finanzergebnisse für das zweite Quartal wurden von Analysten als „gemischt" eingestuft. Zwar produzierte B2Gold mit 203.648 Unzen mehr als erwartet, doch das bereinigte Ergebnis von 3 Cent je Aktie verfehlte den Marktkonsens von 7 Cent deutlich. Hauptursache waren realisierte Verluste von 71 Millionen US-Dollar aus Gold-Collar-Kontrakten sowie schwächere als erwartete realisierte Goldpreise. Ohne diese Derivatverluste hätte das bereinigte Ergebnis den Analystenerwartungen entsprochen.
Der Cashflow-Ausblick verbessert sich jedoch spürbar. B2Gold schloss seine Gold-Vorauszahlungsvereinbarungen im Juni ab, nachdem insgesamt 264.768 Unzen über das vergangene Jahr geliefert wurden. Künftige Goldverkäufe sollen nun zu Spotpreisen realisiert werden, was den Cashflow in der zweiten Jahreshälfte 2026 deutlich stärken dürfte. Scotia Capital prognostiziert für das laufende Jahr einen freien Cashflow von rund 236 Millionen US-Dollar, der 2027 – bei stabilen Goldpreisen – auf 1,1 Milliarden US-Dollar steigen könnte.
Ende Juni verfügte B2Gold über liquide Mittel von 287 Millionen US-Dollar sowie vollen Zugang zu einer revolvierenden Kreditlinie über 800 Millionen US-Dollar. Dies gilt, obwohl das Unternehmen im Quartal 75 Millionen US-Dollar Schulden zurückzahlte und 92 Millionen US-Dollar für Aktienrückkäufe aufwendete. Mit der Menankoto-Genehmigung in der Tasche kann sich B2Gold nun stärker auf seine langfristige Wachstumsstrategie konzentrieren – während das Goose-Projekt die zentrale operative Herausforderung für den Rest des Jahres bleibt.


