Autowerte treiben DAX-Anstieg
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Die Aussicht auf eine mögliche Zinssenkung der US-Notenbank in der kommenden Woche hat die Stimmung an den deutschen Aktienmärkten aufgehellt. Viele Anlegerinnen und Anleger setzten darauf, dass die Federal Reserve ihren Kurs anpasst, was die Nachfrage nach deutschen Aktien erhöhte. Getragen vor allem von Autowerten legte der Deutsche Aktienindex zu und schloss mit 23.882 Punkten, was einem Plus von 188 Punkten oder 0,8 Prozent entsprach.
Marktexperten sehen dennoch anhaltende Unsicherheiten. Nach Einschätzung von Beobachtern bleibt die gesamtwirtschaftliche Lage fragil, sodass trotz der aktuellen Kursgewinne keine breiten Engagements erwartet werden. Die Anlegerinnen und Anleger reagierten zwar positiv auf die Zinsperspektive, doch die makroökonomischen Rahmenbedingungen gelten weiter als herausfordernd.
In den USA sorgten neue Arbeitsmarktdaten für gemischte Reaktionen. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sank in der Vorwoche auf 191.000 und erreichte damit den niedrigsten Stand seit mehr als drei Jahren. Dies nahm einigen Investoren die Sorge um die wirtschaftliche Verfassung des Landes. Gleichzeitig führten die robusten Daten zu erneuten Diskussionen über den künftigen geldpolitischen Kurs der Federal Reserve, deren Ziel es bleibt, die Inflation zu bremsen, ohne die Konjunktur zu belasten. An der Wall Street gaben die Kurse leicht nach.
Für Aktionäre in Deutschland zeichnet sich eine Änderung bei den Dividendenzahlungen ab. Nach einer aktuellen Prognose dürften die 40 im DAX gelisteten Unternehmen im kommenden Frühjahr insgesamt knapp 52 Milliarden Euro ausschütten, fast eine Milliarde Euro weniger als im Vorjahr. Besonders deutliche Rückgänge werden bei den traditionell dividendenstarken Autobauern erwartet, deren Ausschüttungen um rund dreieinhalb Milliarden Euro sinken dürften. Ohne die Autohersteller zeigt sich dagegen ein Anstieg der Dividenden im DAX, getragen vor allem von Finanzdienstleistern.
Trotz geringerer Ausschüttungen zählten Autoaktien zu den wesentlichen Kurstreibern. Die Hersteller setzen auf bessere Absatzchancen in den USA, nachdem Präsident Donald Trump angekündigt hatte, die zuvor erlassenen strengeren Abgasvorschriften zu lockern. Dies begünstigte neben Porsche, Mercedes und BMW auch den Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck, der mit seiner US-Tochter Freightliner vom geänderten regulatorischen Umfeld profitieren könnte.
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Zur AktienanalyseUnabhängig von den Marktbewegungen zeigte sich die Stimmung in deutschen Unternehmen nahezu unverändert. Das Geschäftsklima legte seit Jahresbeginn lediglich in geringem Umfang zu und deutet laut aktueller Umfrageergebnisse nicht auf eine breite wirtschaftliche Erholung hin. Manager aus unterschiedlichen Branchen bewerteten die Aussichten weiter verhalten, ungeachtet angekündigter staatlicher Investitionen.
Bei der Indexzusammensetzung ergeben sich kurz vor Jahresende Veränderungen. Der Autozulieferer Aumovio und der Schiffbauer TKMS werden ab dem 22. Dezember im MDAX vertreten sein. Neu in den SDAX aufsteigen wird zudem der Prothesenhersteller Ottobock. Im DAX bleibt die Zusammensetzung unverändert.


