Autobranche will Abhängigkeit von seltenen Erden reduzieren
Entwickler arbeiten verstärkt an alternativen Technologien für Elektromotoren, um Importabhängigkeit zu verringern

Die Abhängigkeit der Automobilindustrie von seltenen Erden aus China, insbesondere für die Herstellung von Elektromotoren, ist ein wachsendes Problem, das Entwickler nun aktiv anzugehen versuchen. In diesem Kontext haben Autobauer und Zulieferer verstärkt damit begonnen, an Alternativen zu den permanent magnetischen Materialien zu arbeiten, die derzeit überwiegend aus China stammen. Otmar Scharrer, Technikvorstand beim Zulieferer ZF, sieht in der aktuellen Entwicklung einen Technologiesprung, der die Branche ein Stück weit unabhängiger von China machen soll.
Einer der vielversprechenden Ansätze ist die Verwendung von Elektromagneten anstelle von Permanentmagneten, die aus seltenen Erden wie Neodym bestehen. Elektromagnete, die ihre Kraft erst bei Durchfluss von Strom durch eine Kupferspule entwickeln, werden fremderregt genannt und bieten eine alternative Technologie für die Herstellung leistungsfähiger Elektromotoren. ZF hat bereits einen solchen Motor entwickelt und ist dabei nicht allein; auch andere Hersteller und Zulieferer wie BMW, General Motors, Jaguar Land Rover und BorgWarner arbeiten an dieser Technik.
China dominiert zwar den Markt für seltene Erden, jedoch sind auch in Europa Vorkommen dieser Metalle vorhanden, wenngleich in kleineren Mengen. Ein Problem bei der Förderung in Europa sind die strengen Sicherheitsstandards, insbesondere im Hinblick auf radioaktives Material, das häufig bei der Förderung auftritt. Eine Herausforderung stellt auch die Weiterverarbeitung dieser Metalle dar, bei der China ebenfalls eine dominante Rolle spielt.
BMW hat sich zum Ziel gesetzt, komplett auf seltene Erden zu verzichten. Uwe Deuke, Projektleiter in der Elektromotoren-Entwicklung bei BMW, erklärt, dass Elektromotoren mit Permanentmagneten zwar als besonders leistungsstark gelten, Elektromagnete jedoch gezielter gesteuert werden können und ihre Spitzenleistung konstant bis zur Höchstdrehzahl abgeben.
Neben der technologischen Entwicklung spielt auch der Kostenaspekt eine Rolle. Die Preise für Neodym und andere seltene Erden schwanken stark. Unternehmen wie Vitesco und Renault setzen daher auf stromerregte Maschinen, um den Preisausschlägen zu entkommen. Andere Firmen wie Niron Magnetics entwickeln Permanentmagnete, die ohne seltene Erden auskommen, beispielsweise basierend auf Eisennitrid. Auch Tesla plant den Einsatz permanenterregter Motoren ohne seltene Erden in seiner nächsten Fahrzeuggeneration.
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Zur AktienanalyseDiese Entwicklungen zeigen, dass die Automobilindustrie ihre Anstrengungen intensiviert hat, um die Abhängigkeit von chinesischen Rohstoffen zu reduzieren und alternative Technologien für die Herstellung von Elektromotoren zu entwickeln. Diese Innovationen könnten langfristig nicht nur zur Diversifizierung der Rohstoffquellen beitragen, sondern auch die Kostenstruktur und die Leistungsfähigkeit von Elektrofahrzeugen verbessern.


