Auto & Transport: VW, MISC und Westports im Analystencheck
Bernstein bewertet VW mit „Market Perform", während MISC und Westports von Analysten mit Kaufempfehlungen bedacht werden.

Volkswagen, der malaysische Schifffahrtskonzern MISC und der Hafenbetreiber Westports stehen im Fokus aktueller Analystenberichte aus dem Auto- und Transportsektor. Die Einschätzungen der Experten zeichnen ein differenziertes Bild: Während VW mit einem schwierigen Balanceakt kämpft, sehen Analysten bei den asiatischen Unternehmen klares Wachstumspotenzial.
Volkswagen: Margendruck trotz bestätigter Prognose
Volkswagen hat seine Prognosespanne für das operative Konzernergebnis von 4 % bis 5,5 % für das Jahr 2026 bekräftigt. Angesichts der aktuellen Tristesse im Sektor werten die Analysten von Bernstein dies als positives Signal – auch wenn das Unternehmen gleichzeitig seine Umsatzprognose gesenkt hat. Die operative Marge im zweiten Quartal lag bei 4,2 % und damit unter dem vom Unternehmen zusammengestellten Konsens von 4,7 %, entsprach jedoch der eigenen Schätzung von Bernstein. Der Cashflow übertraf den Konsens und stimmte ebenfalls mit der Bernstein-Prognose überein.
Die Analysten beschreiben die Lage des VW-Managements als einen „fast unmöglichen Drahtseilakt": Einerseits sollen Investoren beruhigt werden, andererseits muss der Belegschaft kommuniziert werden, dass „die Hütte brennt" und schmerzhafte Kapazitätskürzungen mit erheblichen Werksschließungen unvermeidlich seien. Genau dieser Widerspruch erkläre das Rating „Market Perform", so Bernstein. Das Kursziel der Bank liegt bei 100 Euro – die VW-Aktie schloss zuletzt bei 72 Euro und notiert damit deutlich darunter.
MISC: Starkes Wachstum durch LNG und Offshore
Beim malaysischen Schifffahrtskonzern MISC sieht die AmInvestment Bank deutlich rosigere Aussichten. Analystin Aimi Nasuha Md Nazri prognostiziert eine dreijährige durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) des Gewinns von 12 %. Treiber dieser Entwicklung sind 19 Neuzugänge bei den Vermögenswerten, stärkere Beiträge von hundertprozentigen LNG-Tankern, Aufwärtspotenzial bei Tankern sowie eine wachsende Offshore-Pipeline.
Kurzfristig sollen feste Tankerraten die Gewinne stützen, während das Offshore-Wachstum durch die zunehmende Vergabe von Aufträgen für schwimmende Produktions-, Lager- und Entladeeinheiten (FPSO) angetrieben wird. Der operative Cashflow wird auf 5,0 bis 5,2 Milliarden Ringgit prognostiziert, was eine nachhaltige Dividendenrendite von rund 5 % unterstützen soll. Die AmInvestment Bank behält ihre Kaufempfehlung bei und belässt das Kursziel bei 9,50 Ringgit. Die Aktie notierte zuletzt 0,4 % niedriger bei 7,95 Ringgit.
Westports: Hafenbetreiber mit starkem Rückenwind
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Zur AktienanalyseAuch für den malaysischen Hafenbetreiber Westports Holdings bleibt der Ausblick positiv. Maybank-IB-Analystin Loh Yan Jin verweist auf ein widerstandsfähiges Volumenwachstum, das durch anhaltende ausländische Direktinvestitionen und den innerasiatischen Handel gestützt wird. Hinzu kommt eine tarifbedingte Gewinnsteigerung. Das Frachtaufkommen im dritten Quartal soll positiv bleiben, unterstützt durch die saisonale Hochphase der Schifffahrt – wenngleich die Visibilität für das vierte Quartal begrenzt bleibt.
Loh warnt jedoch vor einem konkreten Risiko: Die Expansionskosten von Westports könnten aufgrund höherer Rohstoffpreise im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt um 10 % bis 30 % steigen. Nach den über den Erwartungen liegenden Ergebnissen des ersten Halbjahres hebt die Analystin ihre Gewinnprognosen für den Zeitraum 2026 bis 2028 um 15 % bis 22 % an. Maybank erhöht das Kursziel für Westports von 6,48 Ringgit auf 7,66 Ringgit und behält die Kaufempfehlung bei. Die Aktie notierte zuletzt 1,0 % höher bei 6,76 Ringgit.


