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Australisches Verbrauchervertrauen steigt im Juli trotz anhaltender Schwäche

Sinkende Kraftstoffpreise und nachlassende Zinssorgen heben das australische Konsumklima – doch der Index bleibt tief im pessimistischen Bereich.

Australisches Verbrauchervertrauen steigt im Juli trotz anhaltender Schwäche

Das australische Verbrauchervertrauen hat sich im Juli spürbar erholt. Der Westpac-Melbourne Institute Consumer Sentiment Index stieg um 4,1% auf 83,9 Punkte, nach 80,6 Punkten im Juni. Damit bleibt der Index jedoch weiterhin deutlich unter der Marke von 100, ab der Optimisten die Pessimisten überwiegen.

Matthew Hassan, Leiter der australischen Makro-Prognosen bei Westpac, erklärte die Verbesserung mit dem Ausbleiben befürchteter Negativszenarien: „Ein Teil der Verbesserung im Juli scheint auf die Erleichterung darüber zurückzuführen zu sein, dass die 'Worst-Case'-Szenarien in Bezug auf Energiepreise, Zinssätze und Arbeitsplätze nicht eingetreten sind." Gleichzeitig warnte er, dass die Familienfinanzen weiterhin unter starkem Druck stünden und das Verbrauchervertrauen immer noch zu den schwächsten Werten in der 50-jährigen Geschichte der Umfrage gehöre.

Kraftstoffpreise und Zinsen als Schlüsselfaktoren

Ein wesentlicher Treiber der Erholung waren niedrigere Benzinpreise, nachdem der nahostbedingte Preisanstieg abgeklungen war. Dies verbesserte die Einschätzung der Haushalte zu ihrer eigenen Finanzlage merklich. Zudem zeigten sich Verbraucher mit Hypotheken weniger besorgt über weitere Zinserhöhungen durch die Reserve Bank of Australia (RBA).

Konkret gaben rund 60% der Befragten an, im nächsten Jahr mit steigenden Hypothekenzinsen zu rechnen – gegenüber 66% im Juni. Dieser Rückgang signalisiert, dass ein Teil der Bevölkerung die Zinswende als weniger bedrohlich einschätzt als noch im Vormonat. Die Entscheidung der RBA im Juli, die Zinssätze unverändert zu lassen, hat offenbar dazu beigetragen, Sorgen über einen aggressiven Straffungszyklus zu mildern.

Immobilienmarkt und Gesamtwirtschaft weiter unter Druck

Trotz der leichten Stimmungsaufhellung blieben die Einschätzungen zur Gesamtwirtschaft und zu größeren Anschaffungen gedämpft. Besonders auffällig: Der Index für die Hauspreiserwartungen fiel um 8% auf ein Dreijahrestief. Immer weniger Verbraucher gehen davon aus, dass die Immobilienwerte im kommenden Jahr steigen werden – ein Zeichen dafür, dass der australische Immobilienmarkt unter dem anhaltenden Zinsumfeld leidet.

Westpac rechnet dennoch weiterhin mit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf der August-Sitzung der RBA, sofern die Quartalsdaten zur Inflation Ende des Monats erhöht bleiben. Für Anleger und Beobachter des australischen Marktes bleibt die Inflationsentwicklung damit der entscheidende Faktor für die weitere geldpolitische Ausrichtung.

Für deutsche Anleger mit Interesse an australischen Wertpapieren oder dem australischen Dollar ist die Entwicklung des Konsumklimas ein wichtiger Frühindikator. Ein schwaches Verbrauchervertrauen kann die Binnennachfrage bremsen und damit das Wirtschaftswachstum Australiens belasten – mit entsprechenden Auswirkungen auf Unternehmensgewinne und Währungskurse.

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