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Australische Zentralbank warnt vor hartnäckigem Inflationsdruck am Arbeitsmarkt

RBA beobachtet angespannten Arbeitsmarkt genau – weitere Zinserhöhungen nicht ausgeschlossen

Australische Zentralbank warnt vor hartnäckigem Inflationsdruck am Arbeitsmarkt

Der australische Arbeitsmarkt zeigt sich nach einer Phase der Abschwächung wieder robust. Die Reserve Bank of Australia (RBA) sieht darin ein Signal für anhaltenden Inflationsdruck in der Wirtschaft. Sarah Hunter, stellvertretende Gouverneurin der Notenbank, betonte in einer Rede in Perth die enge Verbindung zwischen Arbeitsmarktlage und Preisentwicklung.

"Die Dynamik in der Wirtschaft hat sich in den letzten Monaten etwas verändert", erklärte Hunter. Der Arbeitsmarkt habe sich stabilisiert und bleibe weiterhin angespannt. Diese anhaltende Knappheit stehe in direktem Zusammenhang mit dem Inflationsdruck in der Wirtschaft – "vergleichbar mit einer verschlungenen Doppelhelix", wie die Notenbankerin bildlich formulierte.

Die Zahlen untermauern diese Einschätzung: Im Dezember fiel die Arbeitslosenquote überraschend auf 4,1 Prozent – ein Siebenmonatstief. Dies deutet darauf hin, dass sich der Arbeitsmarkt wieder verengen könnte. Gleichzeitig stieg die Kerninflation im letzten Quartal auf 3,4 Prozent, das schnellste Tempo seit über einem Jahr.

Zinswende nach Lockerungskurs

Als Reaktion auf die hartnäckige Inflation hatte die RBA in der vergangenen Woche ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 3,85 Prozent angehoben. Damit machte die Notenbank eine der drei Zinssenkungen des Vorjahres rückgängig. Die Prognosen der RBA gehen davon aus, dass die Inflation in diesem Jahr auf 3,7 Prozent steigen wird.

Die Zentralbank rechnet nicht mit einer nennenswerten Entspannung am Arbeitsmarkt. Gleichzeitig dürfte die Inflation noch geraume Zeit über dem Zielkorridor von 2 bis 3 Prozent verharren. RBA-Gouverneurin Michele Bullock warnte daher bereits vor weiteren Zinserhöhungen, sollte sich die Teuerung verfestigen.

Strukturelle Veränderungen am Arbeitsmarkt

Die Verlangsamung der vergangenen Jahre sei hauptsächlich auf strukturelle Faktoren zurückzuführen, erläuterte Hunter. Ein Rückgang der offenen Stellen, weniger wechselwillige Arbeitnehmer und eine geringere Einstellungsbereitschaft der Unternehmen hätten die Entwicklung geprägt – nicht ein Anstieg der Arbeitslosigkeit.

Für die australische Wirtschaft bedeutet dies eine schwierige Gratwanderung: Die RBA muss die Inflation bekämpfen, ohne das Wachstum abzuwürgen. Die jüngsten Daten zeichnen das Bild einer kapazitätsbeschränkten Wirtschaft, die wenig Spielraum für weitere Lockerungen lässt. Deutsche Anleger sollten die Entwicklung in Australien im Blick behalten, da sie exemplarisch für die Herausforderungen vieler Industrienationen steht.

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