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Australiens Social-Media-Verbot für Jugendliche zeigt kaum Wirkung

Drei Monate nach Inkrafttreten des weltweiten Pionierverbots nutzen über 81 Prozent der australischen Unter-16-Jährigen weiterhin soziale Medien.

Australiens Social-Media-Verbot für Jugendliche zeigt kaum Wirkung

Australien hat als erstes Land der Welt ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren eingeführt – doch die Wirkung bleibt bislang begrenzt. Laut einer am Freitag veröffentlichten Studie der australischen Internet-Aufsichtsbehörde eSafety nutzen mehr als acht von zehn betroffenen Jugendlichen die Plattformen auch drei Monate nach Inkrafttreten des Verbots am 10. Dezember 2024 weiterhin. Als Hauptursache nennt die Behörde das Versagen der Technologieunternehmen bei der Implementierung effektiver Alterskontrollen.

Vor dem Verbot gaben fast 86 Prozent der befragten Kinder an, mindestens eine Plattform mit Altersbeschränkung zu nutzen. Drei Monate später lag dieser Wert immer noch bei über 81 Prozent. Auch die Nutzungsintensität blieb nahezu unverändert: Rund 58 Prozent der Teenager gaben an, soziale Medien täglich oder häufiger zu nutzen – kaum weniger als die rund 60 Prozent vor dem Verbot.

Konten bleiben bestehen oder werden neu erstellt

Zwar sank der Anteil der Kinder zwischen 10 und 15 Jahren, die über Social-Media-Konten verfügen, von 52 auf 42 Prozent. Statistisch signifikante Rückgänge wurden insbesondere bei YouTube, Snapchat und TikTok verzeichnet. Dennoch konnten die meisten Jugendlichen ihre bestehenden Konten entweder behalten oder nach drei Monaten neue erstellen.

„Die meisten unter 16-Jährigen, die vor Beginn des Verbots über Social-Media-Konten verfügten, konnten diese entweder behalten oder nach drei Monaten neue erstellen. Als Hauptgrund wurde das Versagen der Social-Media-Plattformen bei der Umsetzung wirksamer Maßnahmen zur Altersverifizierung angeführt", erklärte eSafety in einer offiziellen Mitteilung.

Etwa die Hälfte der Kinder, die ihre Konten behielten, gab an, dass die Plattformen ihr Alter gar nicht überprüft hätten. Andere berichteten, dass sie in ihren Konten als 16 Jahre oder älter geführt wurden oder dass Systeme zur Altersprüfung fälschlicherweise ein höheres Alter festgestellt hatten.

Behörde untersucht fünf Plattformen

eSafety hatte bereits Ende März erste Momentaufnahmen veröffentlicht und im Anschluss mögliche Verstöße durch fünf Plattformen angekündigt: Metas Facebook und Instagram, Snapchat, TikTok sowie Googles YouTube. Die australische Regierung reagierte im Juni mit einer Verschärfung der Maßnahmen: Die Höchststrafe für nicht-konforme Technologieunternehmen soll verdoppelt und die Befugnisse von eSafety zur Informationsbeschaffung ausgeweitet werden.

„Während eSafety seit dem Update zum Mindestalter in sozialen Medien im März einige Verbesserungen in der Branche beobachtet hat, bestehen weiterhin Bedenken hinsichtlich der Compliance der fünf damals genannten Plattformen", so die Aufsichtsbehörde. Meta, Snapchat, TikTok und Google reagierten zunächst nicht auf Anfragen zur Stellungnahme.

Unbeabsichtigte Folgen und internationale Beobachtung

Der Bericht, der von einem globalen Beratungsgremium aus Universitätsforschern erstellt wurde, basiert auf Daten von mehr als 4.000 Kindern und Familien. Es handelt sich um die erste Veröffentlichung im Rahmen einer zweijährigen Studie zur Bewertung des weltweit ersten Verbots dieser Art. Viele Nationen, die seither eigene Beschränkungen anstreben, beobachten die Umsetzung in Australien genau.

Die Studie zeigt auch unbeabsichtigte Folgen: Das Bewusstsein der Eltern für die Social-Media-Nutzung ihrer Kinder ist gesunken. „Diese Dynamik könnte Auswirkungen auf das Hilfesuchverhalten und die Identifizierung von Online-Gefahren haben, da ein verringertes Bewusstsein der Eltern die Möglichkeiten für Unterstützung oder frühzeitige Intervention einschränken könnte", warnte eSafety.

Zudem verzeichnete der Bericht eine Zunahme der Nutzung von Messaging-Plattformen und Online-Spielen. Die Zahl der Kinder, die Reddit nutzen – mit oder ohne Konto –, stieg von 6 auf über 9 Prozent. Reddit, das von dem Verbot betroffen ist, ficht seine Einbeziehung derzeit vor dem australischen High Court an. Mehr als 65 Prozent der befragten Jugendlichen gaben an, dass das Verbot keine Auswirkungen auf ihr Wohlbefinden gehabt habe.

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