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Australiens Pensionsfonds müssen Milliarden in Systeme investieren

Aufsichtsbehörde warnt vor Defiziten bei 3,2 Billionen Dollar schwerer Branche

Australiens Pensionsfonds müssen Milliarden in Systeme investieren

Die australische Finanzaufsicht ASIC hat die Pensionsfondsbranche des Landes eindringlich aufgefordert, ihre Investitionen in Technologie und Systeme massiv zu erhöhen. Die Branche verwaltet aktuell ein Vermögen von umgerechnet 3,16 Billionen US-Dollar und soll bis 2030 auf 4,2 Billionen Dollar anwachsen.

Simone Constant, Kommissarin der Australian Securities and Investments Commission, warnte, dass die Branche bei dieser Größenordnung das australische Bankensystem übertreffen und einen noch kritischeren Teil der nationalen Finanzinfrastruktur darstellen werde. Viele Fonds seien jedoch nicht ausreichend auf diese Entwicklung vorbereitet.

Börsenbetreiber ASX als warnendes Beispiel

Constant verwies auf den Börsenbetreiber ASX als abschreckendes Beispiel dafür, was passiere, wenn Investitionen nicht mit der systemischen Bedeutung Schritt hielten. "Die ASX ist einer der kritischsten Pfeiler der australischen Finanzdienstleistungen, hat es jedoch versäumt, ihr Versprechen gegenüber ihren Kunden einzuhalten", erklärte die Kommissarin vor dem Conexus Chair Forum.

Die ASX hatte jahrelang mit einem gescheiterten Software-Upgrade und wiederholten Störungen bei der Handelsabwicklung zu kämpfen. Im Dezember verhängte die ASIC einen zusätzlichen Kapitalzuschlag von 105 Millionen Dollar gegen den Börsenbetreiber und stellte dessen Fähigkeit infrage, eine sichere und widerstandsfähige Marktinfrastruktur zu gewährleisten.

Governance-Mängel nach Zusammenbrüchen

Margaret Cole, stellvertretende Vorsitzende der Aufsichtsbehörde APRA, forderte ebenfalls Verbesserungen bei den Governance-Praktiken der Pensionsfonds. Hintergrund sind die jüngsten Zusammenbrüche der verwalteten Anlageprogramme Shield und First Guardian, die bei Anlegern finanzielle Schäden verursachten.

Eine thematische Überprüfung der Plattform-Treuhänder habe "Beispiele für mangelhafte Praktiken in der Anlage-Governance" identifiziert, so Cole. Dies betreffe insbesondere die Einführung neuer Anlageoptionen und deren Überwachung.

2,5 Millionen Rentner in den nächsten zehn Jahren

Die Dringlichkeit der Forderungen wird durch demografische Entwicklungen verstärkt. Schätzungsweise 2,5 Millionen Australier werden im nächsten Jahrzehnt in den Ruhestand gehen und ihre Altersbezüge abrufen. Die Pensionsfonds müssen daher nicht nur ihre Systeme modernisieren, sondern auch ihre operativen Abläufe und Kompetenzen deutlich ausbauen.

Constant betonte, dass einige Fonds höhere Investitionen benötigten, um ihre Unternehmensführung, Kompetenzen und Betriebsabläufe zu stärken. Nur so könnten sie ihrer wachsenden Bedeutung für das nationale Finanzsystem gerecht werden und nicht in ähnliche Schwierigkeiten wie die ASX geraten.

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