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Australien zeigt diplomatisches Geschick im Umgang mit China

Europa könnte sich ein Beispiel nehmen

Australien zeigt diplomatisches Geschick im Umgang mit China

Die australische Regierung hat mit ihrer handelspolitischen Haltung gegenüber China bewiesen, dass auch ein Land von relativ geringer ökonomischer Bedeutung Einfluss auf die internationale Politik nehmen kann, wenn es hart in der Sache, aber verbindlich im Ton bleibt. Diese Strategie könnte auch für Europa eine wichtige Lehre sein. Australien hat gezeigt, dass es sich nicht von der Macht eines größeren Gegners einschüchtern lässt, und hat nach jahrelanger Spannung die Beziehungen zu China revitalisiert. Dieser Wandel ist teils der aktuellen australischen Chinapolitik und teils der Einsicht Chinas zu verdanken, dass gute Beziehungen zu Schlüsselpartnern unerlässlich sind.

Die Krise zwischen den beiden Ländern, die im Jahr 2017 begann, als Australien als erstes Land die chinesischen Tech-Giganten ZTE und Huawei von der Beteiligung am 5G-Netzausbau ausschloss, hat zu einem erheblichen Handelskonflikt geführt. China reagierte mit Strafzöllen auf australische Exporte, die eine breite Palette von Produkten umfassten. Doch Australien wich nicht von seinem Kurs ab, vertiefte die militärische Zusammenarbeit mit den USA und verbündete sich weiter gegen Chinas Bestrebungen im Pazifik.

Jetzt zeichnet sich eine Entspannung ab: China hebt die Strafzölle auf australischen Wein auf, und die australische Journalistin Cheng Lei konnte das Land verlassen. Dieser Kurswechsel ist Teil einer umfassenderen chinesischen Strategie, die Beziehungen zu wichtigen Handelspartnern zu verbessern.

Australien hat seine Position klar gemacht und gleichzeitig einen pragmatischen Dialog mit China aufrechterhalten. Diese Balance zwischen standhafter Haltung und diplomatischem Geschick sollte Europa zur Kenntnis nehmen, insbesondere im Hinblick auf die geplante Erhebung von EU-Strafzöllen auf chinesische Elektroautos. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hat deutlich gemacht, dass die EU bereit ist, sich zu schützen, ohne protektionistisch zu wirken.

Der kommende EU-China-Gipfel im Dezember bietet eine Chance für einen solchen pragmatischen Dialog, doch bleibt die Frage offen, ob die EU mit einer Stimme sprechen wird, insbesondere angesichts der unabhängigen Positionen einiger Mitgliedstaaten wie Ungarn.

Australiens Erfolg zeigt, dass Standhaftigkeit ohne Eskalation, gepaart mit der Bereitschaft zum Dialog, ein erfolgreiches Modell sein kann. Europa sollte diese Lektion nicht ignorieren, sondern sich ein Beispiel an der australischen Strategie nehmen, um in den komplexen Beziehungen mit China bestehen zu können.

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