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Australien verbietet Glücksspielwerbung mit Prominenten – Kritik bleibt

Sydney geht gegen Online-Glücksspielwerbung vor, doch Experten und Kritiker halten die neuen Maßnahmen für unzureichend.

Australien verbietet Glücksspielwerbung mit Prominenten – Kritik bleibt

Australien verschärft seine Regeln für Glücksspielwerbung. Premierminister Anthony Albanese kündigte an, Werbung mit Prominenten für Glücksspielanbieter zu verbieten und Online-Anzeigen ab dem kommenden Jahr auf eingeloggte Nutzer über 18 Jahre zu beschränken.

Der Schritt kommt fast drei Jahre nach einer offiziellen Regierungsüberprüfung, die ein vollständiges Verbot von Online-Glücksspielwerbung empfohlen hatte. Als Begründung nannte die Untersuchung damals explodierende Kosten für das öffentliche Gesundheitswesen durch Spielsucht und damit verbundene Folgeerkrankungen.

Kritiker bemängeln jedoch, dass die nun angekündigten Maßnahmen weit hinter den eigenen Empfehlungen der Regierung zurückbleiben. Statt eines umfassenden Verbots setzt Canberra auf ein Mindestalter-Targeting und den Ausschluss bekannter Gesichter aus der Werbung.

Hintergrund: Wachsende Sorgen um öffentliche Gesundheit

Australien gilt weltweit als eines der Länder mit den höchsten Pro-Kopf-Ausgaben für Glücksspiele. Die Glücksspielindustrie ist dort stark verbreitet – von Sportwetten bis hin zu Online-Casinos. Gesundheitsorganisationen warnen seit Jahren vor den gesellschaftlichen Schäden durch aggressive Werbepraktiken.

Die nun beschlossenen Maßnahmen zielen vor allem darauf ab, Minderjährige vor Glücksspielanzeigen zu schützen. Online-Plattformen sollen Werbung künftig nur noch an Nutzer ausspielen dürfen, die sich in einem verifizierten Konto eingeloggt haben und als volljährig registriert sind.

Für deutsche Beobachter ist der australische Fall durchaus relevant. Auch in Deutschland steht die Regulierung von Glücksspielwerbung regelmäßig auf der politischen Agenda. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 legte zwar Beschränkungen fest, doch Verbraucherschützer fordern immer wieder strengere Regeln für Online-Werbung und Influencer-Marketing im Glücksspielbereich.

Regierung unter Druck vor Bundeswahl

Albanese steht mit der Ankündigung auch innenpolitisch unter Druck. Australien wählt im Mai ein neues Parlament, und das Thema Spielsucht mobilisiert Wählerinnen und Wähler parteiübergreifend. Reformgruppen kritisieren, dass die Regierung die Empfehlungen ihrer eigenen Experten ignoriere und stattdessen Kompromisse mit der Glücksspielindustrie eingehe.

Ob die neuen Regeln tatsächlich eine spürbare Wirkung entfalten, bleibt abzuwarten. Gesundheitsexperten fordern weiterhin ein vollständiges Verbot von Glücksspielwerbung im Internet – so wie es die Regierungskommission ursprünglich empfohlen hatte.

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