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Australien und Japan sichern kritische Mineralien gegen China-Abhängigkeit

Westliche Verbündete verstärken ihre Bemühungen zur Sicherung kritischer Rohstoffe. Australien plant eine strategische Reserve für 802 Millionen US-Dollar, während Japan erstmals eigene Seltene Erden in 6.000 Metern Tiefe fördern will.

Australien und Japan sichern kritische Mineralien gegen China-Abhängigkeit

Angesichts wachsender geopolitischer Spannungen und der starken Abhängigkeit von China intensivieren westliche Verbündete ihre Bemühungen zur Sicherung kritischer Mineralien. Australien plant eine strategische Reserve im Wert von 1,2 Milliarden Australischen Dollar (etwa 802 Millionen US-Dollar), während Japan eine wegweisende Mission zur Erschließung eigener Seltene-Erden-Ressourcen gestartet hat.

Australiens strategische Reserve für kritische Rohstoffe

Die australische Regierung kündigte die geplante strategische Reserve vor dem G7-Treffen der Finanzminister in Washington an. Die G7-Staaten – USA, Großbritannien, Japan, Frankreich, Deutschland, Italien und Kanada – sowie die EU sind stark von chinesischen Lieferungen kritischer Mineralien abhängig. Australien, ein führender Produzent, entwickelt die Reserve, um Lieferketten-Schwachstellen abzumildern und Verbündete zu versorgen.

Die ersten Fokusmaterialien sind Antimon, Gallium und Seltene Erden, die für saubere Energietechnologien, Hightech-Fertigung und fortschrittliche militärische Ausrüstung entscheidend sind. Die Reserve soll durch die Sicherung und den Weiterverkauf von Rechten an in Australien geförderten Mineralien funktionieren. Die Inbetriebnahme, ursprünglich für Mitte 2026 geplant, soll nun bereits bis Jahresende erfolgen.

Die Exportfinanzierungsagentur (EFA) wird eine zentrale Rolle spielen, indem sie Abnahmeverträge mit festen oder variablen Preisen, Terminkontrakte sowie Differenzkontrakte zur Preisrisikosteuerung ermöglicht. Ressourcenministerin Madeleine King kündigte zudem Gesetzesänderungen zur Erweiterung der EFA-Befugnisse an. Australien hatte bereits im Oktober eine Vereinbarung mit den USA über eine Projektpipeline im Wert von 8,5 Milliarden US-Dollar unterzeichnet.

Japans Pionierversuch in 6.000 Metern Tiefe

Parallel dazu reagiert Japan auf zunehmende Lieferbeschränkungen durch China mit einer spektakulären Mission. Das japanische Forschungsschiff Chikyu stach von Shizuoka aus in See, um vor der abgelegenen Koralleninsel Minamitori – etwa 1.900 Kilometer südöstlich von Tokio – Schlamm zu untersuchen, der reich an Seltenen Erden ist. Diese einmonatige Mission ist der weltweit erste Versuch, Seltene-Erden-Sedimente kontinuierlich aus einer Tiefe von 6.000 Metern an Bord zu heben.

Shoichi Ishii, Leiter des staatlich geförderten Projekts, betonte die große Bedeutung eines Erfolgs für die Diversifizierung der japanischen Beschaffung. Japan hat seine Abhängigkeit von China seit der Exportkrise von 2010 von 90 Prozent auf 60 Prozent reduziert, unter anderem durch Investitionen in ausländische Projekte wie die Partnerschaft mit Lynas Rare Earths in Australien. Die heimische Gewinnung vor Minamitori gilt jedoch als "grundlegende Lösung".

Langfristiges Projekt mit geopolitischer Brisanz

Das Projekt, in das die Regierung seit 2018 bereits 40 Milliarden Yen (250 Millionen US-Dollar) investiert hat, ist langfristig angelegt. Bisher galt der Abbau aufgrund hoher Kosten als unwirtschaftlich, Analysten sehen jedoch Potenzial für Rentabilität, sollten Lieferstörungen aus China anhalten. Ein vollständiger Bergbauversuch ist für Februar 2027 geplant. Die Bemühungen werden durch die Notwendigkeit verstärkt, die Abhängigkeit bei schweren Seltenen Erden, die für Elektrofahrzeugmotoren benötigt werden, zu verringern.

Die geopolitischen Spannungen zeigen sich auch darin, dass chinesische Marineschiffe im Juni letzten Jahres in der Nähe des Untersuchungsgebiets kreuzten, was von japanischer Seite als "einschüchternde Maßnahme" empfunden wurde. Die G7-Finanzminister werden die Versorgungssicherheit bei ihrem Treffen in Washington erörtern.

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