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Australien und Großbritannien trotzen Trumps neuer Handelspolitik

Enge US-Verbündete gehen auf Konfrontationskurs: Australien fechtet 12,5-%-Zölle an, Großbritannien betont außenpolitische Eigenständigkeit.

Australien und Großbritannien trotzen Trumps neuer Handelspolitik

Die internationale Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump sorgt für wachsende Spannungen mit engen Verbündeten. Australien und Großbritannien signalisieren unabhängig voneinander, dass sie Washingtons Kurs nicht widerspruchslos hinnehmen werden. Beide Länder stehen dabei vor unterschiedlichen, aber miteinander verknüpften wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen.

Australien fechtet 12,5-Prozent-Zölle direkt an

Die australische Regierung unter Premierminister Anthony Albanese hat angekündigt, die jüngst von Washington eingeführten Zölle in Höhe von 12,5 % auf australische Waren direkt bei Präsident Trump anzufechten. Albanese betonte, dass man diese Einwände auf allen Ebenen der bilateralen Beziehungen vorbringen werde. Die Maßnahme trifft Australien hart – und kommt für viele überraschend, gilt das Land doch als einer der engsten Verbündeten der USA.

Die Zölle wurden im Rahmen von Section 301 des U.S. Trade Act verhängt, nachdem ein vorübergehender globaler Zoll von 10 % ausgelaufen war. Insgesamt sind 60 Handelspartner von den neuen Maßnahmen betroffen. Australien wurde dabei in die Gruppe der Länder mit einem 12,5-prozentigen Aufschlag eingestuft – eine Einstufung, die Canberra entschieden zurückweist.

Die US-Regierung begründet den Schritt mit dem Vorwurf, die betroffenen Länder würden die Einfuhr von Waren, die unter Zwangsarbeit hergestellt wurden, nicht ausreichend verhindern. Australien weist diesen Vorwurf als ungerechtfertigt zurück. Albanese verwies auf den „Modern Slavery Act", der Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mindestens 100 Millionen australischen Dollar zur Berichterstattung über Lieferkettenrisiken verpflichtet. Canberra prüft derzeit zudem eine Verschärfung der Durchsetzungsmechanismen.

Für australische Exporteure könnten die Zölle erhebliche Kostensteigerungen bedeuten. Besonders betroffen sind die Bereiche Bauwesen, Gesundheitswesen, Weinbau und verarbeitendes Gewerbe. Die Industrie wartet derzeit auf Klarstellungen zu möglichen Ausnahmeregelungen, um das tatsächliche Ausmaß der Belastungen einschätzen zu können.

Großbritannien unter Burnham sucht eigenen Kurs

Unterdessen hat der britische Premierminister Andy Burnham in seinem ersten großen Interview seit Amtsantritt gegenüber der BBC betont, dass er bereit sei, Trump bei nationalen Interessen zu widersprechen. Obwohl er seinen ersten Austausch mit dem US-Präsidenten als „sehr herzlich" beschrieb, vermied er ein direktes Bekenntnis zu persönlichem Vertrauen. Burnham unterstrich klar, dass die britische Regierung nicht in jedem Punkt mit Washington übereinstimmen werde.

Besonders kritisch äußerte sich Burnham zum Konflikt mit dem Iran. Steigende Ölpreise und Inflationsrisiken erhöhen den Druck auf die britische Staatsverschuldung – ein Problem, das Burnhams innenpolitischen Spielraum erheblich einengt. Hinzu kommt die Frage der Verteidigungsausgaben: Nachdem sein Vorgänger Keir Starmer den Rücktritt von Verteidigungsminister John Healey hinnehmen musste, der eine Erhöhung der Militärausgaben auf 3 % des BIP bis 2030 gefordert hatte, hielt sich Burnham mit einer Festlegung auf diesen Zeitplan zurück.

Der Premierminister betonte, dass die Finanzierung bestehender Investitionspläne Vorrang habe, bevor über weitere Ausgaben entschieden werde. Vorgezogene Neuwahlen schloss Burnham ausdrücklich aus. Stattdessen kündigte er an, sich auf die Umsetzung des Regierungsprogramms und die Stärkung des öffentlichen Vertrauens zu konzentrieren.

Die Entwicklungen in Australien und Großbritannien zeigen, dass Trumps Handelspolitik zunehmend auch traditionelle Verbündete unter Druck setzt. Für deutsche Anleger und Exporteure ist dies ein Signal, dass die globalen Handelsbeziehungen weiter an Stabilität verlieren – mit potenziellen Auswirkungen auf Lieferketten, Rohstoffpreise und internationale Investitionsströme.

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