Australien plant Preisboden für Mineralien
Staatliche Maßnahmen sichern heimische Verarbeitung und Marktstabilität

Australien prüft die Einführung eines Preisbodens für strategisch wichtige Mineralien, darunter Seltene Erden. Ziel ist es, die heimische Produktion zu sichern und sich unabhängiger von China zu machen. Die Pläne wurden von der australischen Rohstoffministerin Madeleine King bestätigt und führten prompt zu einem deutlichen Anstieg der Aktienkurse australischer Minenunternehmen.
Die Regierung in Canberra will mit dieser Maßnahme Projekte fördern, die zur nationalen Versorgungssicherheit beitragen. Besonders im Fokus stehen dabei sogenannte Seltene Erden, eine Gruppe von 17 chemischen Elementen, die vor allem in der Rüstungs- und Automobilindustrie eine zentrale Rolle spielen. Darunter fallen auch schwere Seltene Erden wie Terbium und Dysprosium, die besonders rar und teuer sind.
Australien positioniert sich damit als alternativer Lieferant zu China, das bisher den Weltmarkt dominiert. Aufgrund niedriger Weltmarktpreise konnten westliche Staaten bislang kaum in eigene Verarbeitungskapazitäten investieren. Ein ähnlicher Schritt in den USA – ein Mindestpreis für den größten amerikanischen Seltene-Erden-Produzenten – hatte bereits im Vormonat international für Aufmerksamkeit gesorgt.
Laut King soll der australische Staat künftig über nationale Abnahmeverträge als Käufer auftreten und so für Preissicherheit sorgen. Diese Verträge seien freiwillig und würden sich auf Mineralien mit klarer strategischer Relevanz konzentrieren. Dabei gehe es vor allem um jene Rohstoffe, bei denen Australien über besondere geologische Vorteile verfüge und die für moderne Technologien und Verteidigungssysteme unentbehrlich sind.
Ein Bestandteil dieser Strategie ist ein bereits angekündigter Fonds in Höhe von 1,2 Milliarden australischen Dollar zur Bildung einer nationalen Rohstoffreserve. Parallel dazu stellte die Regierung 87 Millionen australische Dollar zur Verfügung, um die Metallverarbeitung des Unternehmens Nyrstar zu stützen. Dessen Schmelzanlagen in Port Pirie und Hobart prüfen derzeit die Möglichkeit zur Produktion seltener Metalle wie Antimon, Bismut, Germanium und Indium.
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Zur AktienanalyseAn den Finanzmärkten sorgten die Ankündigungen für starke Kursgewinne. Die Aktie von Lynas Rare Earths stieg um mehr als sechs Prozent und erreichte den höchsten Stand seit 13 Jahren. Die Papiere von Iluka Resources und Arafura Rare Earths legten jeweils fast zehn Prozent zu. Analysten sehen darin ein Signal, dass Investoren die Rohstoffunternehmen angesichts staatlicher Unterstützung zunehmend als strategische Werte betrachten.


