Australien genehmigt Laufzeitverlängerung für LNG-Anlage
Trotz Umweltprotesten darf Woodside bis 2070 weiter Gas aufbereiten und exportieren

Australien hat dem Antrag von Woodside Energy zur Verlängerung der Betriebsdauer seiner North West Shelf Gasverflüssigungsanlage bis zum Jahr 2070 zugestimmt. Die Entscheidung erfolgte nach einem sechs Jahre andauernden Prüfverfahren, das von Verzögerungen, Einsprüchen und Protesten von Umweltgruppen begleitet wurde. Die Anlage befindet sich auf der Burrup-Halbinsel in Westaustralien und gilt als das älteste sowie größte LNG-Werk des Landes. Sie spielt eine zentrale Rolle bei der Belieferung asiatischer Märkte mit verflüssigtem Erdgas.
Laut Umweltminister Murray Watt unterliegt die Verlängerung strengen Auflagen, insbesondere im Hinblick auf die Emissionen aus dem laufenden Betrieb. Die bestehenden Genehmigungen für das Projekt wären im Jahr 2030 ausgelaufen. Die jetzt genehmigte Verlängerung bis 2070 gibt dem Unternehmen die Möglichkeit, neue Gasfelder zu erschließen und an die Anlage anzubinden.
Woodside Energy hatte den Antrag zur Verlängerung im Jahr 2018 eingereicht. Das Verfahren wurde durch parallele Prüfungen auf staatlicher und bundesstaatlicher Ebene verzögert, wobei Bedenken hinsichtlich der Energiesicherheit und ökologischen Auswirkungen im Mittelpunkt standen. Die Genehmigung des Bundes wurde vor den Parlamentswahlen im Mai zweimal verschoben. Die Regierung von Westaustralien hatte das Projekt bereits im Dezember genehmigt, nachdem rund 800 Einsprüche von Umweltaktivisten geprüft worden waren.
Die Verlängerung bereitet auch den Weg für die mögliche Entwicklung des lang ruhenden Offshore-Gasprojekts Browse, das künftig Gas für die Anlage in Karratha liefern könnte. Die ursprünglichen Offshore-Gasfelder, auf denen das North West Shelf-Projekt basiert, befinden sich in einem fortschreitenden Rückgang.
Über die geplante Lebensdauer der Anlage bis 2070 hinweg könnten laut Schätzungen bis zu 4,3 Milliarden Tonnen Kohlendioxidemissionen entstehen. Woodside ist Australiens führender Gasproduzent und betreibt das North West Shelf-Projekt gemeinsam mit Partnern aus der Industrie, darunter Tochterunternehmen von BP, Chevron, Shell, Mitsui & Co, Mitsubishi Corp und der chinesischen CNOOC.
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Zur AktienanalyseNach Bekanntgabe der Genehmigung verzeichneten die Aktien von Woodside einen Kursanstieg. Im Tagesverlauf legten sie zu und erreichten am Nachmittag ein Plus von vier Prozent.


