AustralianSuper begrüßt mögliche Glencore-Notierung an der ASX
Australiens größter Pensionsfonds sieht eine ASX-Zweitnotierung des Rohstoffriesen Glencore als positiv für beide Seiten.

Der australische Pensionsfonds AustralianSuper hat sich klar für eine mögliche Notierung des Schweizer Rohstoffhändlers und Bergbaukonzerns Glencore an der Australian Securities Exchange (ASX) ausgesprochen. Luke Smith, Portfoliomanager bei AustralianSuper, erklärte auf dem Mining Summit des Australian Financial Review in Perth: „Sollten sie sich hier listen lassen, halten wir das für positiv für Glencore und für die australische Börse."
Smith begründete seine positive Haltung mit der besonderen Stärke des australischen Kapitalmarkts: „Wir glauben, dass der australische Aktienmarkt der weltweit beste und am besten informierte Markt für Bergbauaktien ist." Eine Notierung an der ASX würde den Glencore-Aktien eine bessere Chance bieten, den tatsächlichen Unternehmenswert widerzuspiegeln. Zudem habe AustralianSuper das Thema bereits direkt mit Glencore besprochen, so Smith weiter.
Glencore selbst hat signalisiert, offen für die Prüfung einer Zweitnotierung in Australien zu sein. Eine solche Maßnahme würde Investoren wie AustralianSuper mehr Auswahl bei der Anlage in den Rohstoffkonzern bieten.
Fusion mit Rio Tinto gescheitert – M&A bleibt Thema
Glencore und der australisch-britische Bergbauriese Rio Tinto hatten Anfang des Jahres eine mögliche Fusion geprüft, die ein Unternehmen im Wert von 240 Milliarden US-Dollar geschaffen hätte. Rio Tinto lehnte den Zusammenschluss jedoch ab, da das Unternehmen keine ausreichenden Kostenvorteile sah. Spekulationen zufolge ist Glencore weiterhin an einem Zusammenschluss interessiert.
Glencore-Chef Gary Nagle gehört zu jenen Branchenführern, die argumentieren, die Bergbaubranche müsse an Größe gewinnen, um relevanter und einflussreicher zu werden und ein breiteres Investorenpublikum anzusprechen. AustralianSuper steht dieser Logik jedoch skeptisch gegenüber. Smith gab zu bedenken: „Selbst wenn ein Großkonzern entsteht, wird er immer noch nicht annähernd an die großen Technologieunternehmen herankommen."
AustralianSuper setzt auf langfristige Wertschöpfung
Bei Fusionen und Übernahmen verfolgt AustralianSuper nach eigenen Angaben einen vorsichtigen Ansatz. „Wir gehen Fusionen und Übernahmen immer mit Vorsicht an. Wenn wir sehen, dass dadurch Wert geschaffen wird, sind wir offen dafür", sagte Smith. Der Fonds habe eine gewisse Tradition darin, bei M&A-Transaktionen manchmal zuzustimmen und manchmal abzulehnen.
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Zur AktienanalyseEntscheidend sei dabei stets der langfristige Blick: „Wir blicken immer auf einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren. Wie hoch ist der innere Wert des Unternehmens in drei bis fünf Jahren? Und wird heute ein angemessener Preis gezahlt?" Kurzfristige Kursgewinne von 20 oder 30 Prozent seien für den Fonds kein ausreichendes Kriterium.
Auch Olivia Markham, Portfoliomanagerin beim Vermögensverwalter BlackRock, hatte sich zuvor zu dem Thema geäußert. Sie sieht in „vernünftigen" M&A-Aktivitäten einen Weg für Bergbauunternehmen, zu wachsen und Generalist-Investoren für die Finanzierung großer und komplexer Projekte zu gewinnen. Die Debatte um Konsolidierung im globalen Bergbausektor bleibt damit ein zentrales Thema für institutionelle Anleger weltweit.


