Aumovio sichert Chipversorgung aus China
Trotz Umsatzrückgang stabilisiert sich der Autozulieferer und profitiert vom Sparkurs der vergangenen Jahre

Der Autozulieferer Aumovio hat eine Exportgenehmigung für Nexperia-Chips aus China erhalten und kann seine Produktion in Deutschland damit wieder stabilisieren. Nach Angaben von Vorstandschef Philipp von Hirschheydt liegt die schriftliche Bestätigung der chinesischen Behörden seit Donnerstag vor. Die Lieferungen seien bereits angelaufen, wodurch geplante Maßnahmen zur Kurzarbeit in deutschen Werken nicht mehr erforderlich seien.
Trotz der positiven Entwicklung bei der Chipversorgung musste das Unternehmen im dritten Quartal einen Rückgang bei Umsatz und Gewinn hinnehmen. Die Erlöse sanken um 6,4 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro, während der bereinigte Betriebsgewinn um rund 30 Prozent auf 150 Millionen Euro fiel. Damit blieb Aumovio leicht unter den Erwartungen der Analysten, die mit einem Umsatz von knapp 4,6 Milliarden Euro gerechnet hatten.
An der Börse reagierten Anleger dennoch optimistisch. Die Aktien stiegen um 6,5 Prozent, nachdem Analysten von JP Morgan die Ergebnisse als solide bewerteten und auf die starke Bilanz sowie das positive Cash-Flow-Potenzial verwiesen. Experten hoben zudem hervor, dass das vierte Quartal traditionell von Sonderzahlungen für Entwicklungsleistungen profitiere, was die Ertragslage zusätzlich stützen könnte.
Von Hirschheydt sieht die jüngsten Zahlen als Beleg für den Erfolg des eingeleiteten Sparkurses. Durch konsequente Kostensenkungen habe Aumovio seine Wettbewerbsfähigkeit verbessert. Dennoch sollen in Deutschland drei weitere Werke geschlossen werden, nachdem sich das Unternehmen bereits von einem italienischen Standort getrennt hat.
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Zur AktienanalyseFür das laufende Geschäftsjahr erwartet Aumovio nun einen Umsatz zwischen 18 und 19 Milliarden Euro, nach zuvor geplanten 18 bis 20 Milliarden. Die operative Gewinnmarge soll am oberen Ende des Zielkorridors von 2,5 bis 4,0 Prozent liegen. Mittelfristig strebt das Unternehmen Erlöse von bis zu 22 Milliarden Euro bei einer Marge von sechs Prozent an. Langfristig soll der Umsatz über 24 Milliarden Euro steigen. Seit September ist Aumovio als eigenständiges Unternehmen an der Frankfurter Börse notiert.


