Aufstrebende Immobilienaktien: Chancen und Risiken für Anlege
Nettoinventarwert, Analystenbewertungen und Marktpotenzial - Ein Blick auf die vielversprechenden Immobilienaktien in Deutschland.

Das kommende Jahr könnte für Anleger eine goldene Gelegenheit bieten, in Immobilienaktien zu investieren. Nach einem Jahr mit deutlichen Verlusten eröffnen sich neue Chancen für Investoren, da das Wirtschaftswachstum wieder an Fahrt aufnimmt und die Inflation zurückgeht. Diese Faktoren beflügeln die Fantasie der Anleger und wecken Erinnerungen an vergangene Phasen, in denen Immobilienaktien außergewöhnliche Renditen erzielt haben.
Laut Michael Gobitschek von der schwedischen Fondsboutique Skagen war insbesondere der Zeitraum nach dem Ende eines geldpolitischen Straffungszyklus am US-Immobilienmarkt in der Vergangenheit äußerst lukrativ. Hier wurden annualisierte Renditen von beeindruckenden 34,8 Prozent erzielt. Entsprechend sind nun auch europäische und deutsche Immobilienaktien in den Fokus gerückt.
Ein wesentlicher Faktor bei der Analyse dieser Aktien ist der Nettoinventarwert (NAV), der den aktuellen Kursabschlag der Aktien im Vergleich zum Marktwert der im Portfolio befindlichen Immobilien widerspiegelt. Aktuell beträgt dieser Abschlag in Europa etwa 35 Prozent, ein Niveau, das zuletzt während der globalen Finanzkrise 2009 und während der Hochphase der Coronapandemie erreicht wurde.
Experten wie Fondsmanager Gobitschek erinnern daran, dass auf diese Bewertungstiefpunkte jeweils Phasen starker Performance gefolgt sind. In Deutschland sind acht Immobilienwerte in den Indizes DAX, MDax und SDax vertreten, und sie bieten sowohl Chancen als auch Risiken für Anleger.
Vonovia nimmt eine besondere Position ein, da es die einzige Immobilienaktie im Leitindex DAX ist. Die US-Bank Goldman Sachs hat kürzlich die Vonovia-Aktie auf ihrer "Conviction Buy"-Liste platziert, was bedeutet, dass sie zu den Topempfehlungen gehört. Analyst Jonathan Kownator erhöhte im November seine Schätzungen für mögliche Veräußerungsgewinne und erwartet steigende Verkaufsvolumina im kommenden Jahr.
Bei Vonovia steht der weitere Schuldenabbau im Mittelpunkt, da das Unternehmen mit mehr als 30 Milliarden Euro verschuldet ist. In den ersten neun Monaten des Jahres 2023 hat das Unternehmen bereits rund 3,7 Milliarden Euro durch Wohnungsverkäufe eingenommen, weit mehr als geplant. Dieses Tempo soll beibehalten werden, insbesondere da die Umschuldung von Krediten mit steigenden Zinsen teurer wird.
Experten sind geteilter Meinung über die Zukunft von Vonovia. Während 15 Analysten zum Kauf der Aktie raten, empfehlen drei das Halten und zwei sogar den Verkauf. Die Kursziele variieren stark, wobei das Durchschnittsziel bei 29,50 Euro liegt, was einem Anstieg von rund elf Prozent entspricht. Die Aktie ist bereits um ein Fünftel gestiegen.
Die im MDax gelistete Aktie von LEG Immobilien hat ebenfalls die Aufmerksamkeit auf sich gezogen und gehört nun zu den "Top Stock Ideas" der Baader Bank. Analyst Andre Remke hebt das attraktive Chance-Risiko-Profil der Aktie hervor und hat sein Kursziel von 70 auf 80 Euro angehoben, während das Durchschnittsziel der Analysten bei 77 Euro liegt. Insgesamt sind 14 Analysten zum Kauf, zwei neutral und drei zum Verkauf.
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Zur AktienanalyseObwohl LEG die Krise gut bewältigt hat und die Verluste aus dem Frühjahr und Sommer bereits wettgemacht sind, fehlen derzeit neue Impulse. Der Ausblick für 2024 bietet bisher keine Überraschungen.
Der Hamburger Bestandshalter von Wohnimmobilien, TAG, konnte mit seinen Neun-Monats-Zahlen die Erwartungen erfüllen. Die Analysten sind dennoch eher vorsichtig, und Sander Bunck von der britischen Bank Barclays hat sein Kursziel von 26 auf 23 Euro reduziert. Trotzdem empfiehlt er weiterhin, die Aktie zu übergewichten.


