Audibene trotzt US-Zöllen und wächst auf 280 Millionen Euro
Das Berliner Hörgeräte-Start-up bleibt von Trumps Handelspolitik verschont – und expandiert weiter.

Audibene gilt als Störenfried der klassischen Hörgeräte-Branche. Das Berliner Unternehmen vermittelt Hörgeschädigte digital an Akustiker und hat sich damit ein lukratives Geschäftsmodell aufgebaut. Nun zeigt sich: Selbst der eskalierte US-Handelsstreit kann dem inzwischen gereiften Start-up nichts anhaben.
Der Gesamtumsatz von Audibene liegt bei 280 Millionen Euro – eine beachtliche Größenordnung für ein Unternehmen, das einst als digitale Plattform begann. Besonders bemerkenswert ist die geografische Verteilung: Fast die Hälfte der Einnahmen erwirtschaftet das Unternehmen in den USA. Damit ist der amerikanische Markt der mit Abstand wichtigste Wachstumstreiber.
Warum Trumps Zölle Audibene kalt lassen
Der entscheidende Vorteil liegt in der Produktkategorie. Auf Hörgeräte werden in den USA bislang keine Importzölle erhoben. Der Grund: Es gibt kaum lokale Hersteller, die durch Schutzzölle begünstigt werden müssten. Das Land ist auf Importe angewiesen – ein strukturelles Merkmal, das Audibene direkt zugutekommt.
Für Privatanleger, die das Segment der Medizintechnik und digitalen Gesundheitsversorgung beobachten, ist das ein relevantes Signal. Unternehmen, die in zollbefreiten Nischenmärkten operieren, bieten in einem Umfeld globaler Handelsunsicherheiten eine interessante Resilienz. Audibene demonstriert, wie gezieltes Markt-Positioning geopolitische Risiken abfedern kann.
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Zur AktienanalyseDie Hörgeräte-Branche insgesamt steht unter Druck – etablierte Konzerne wie Sonova, William Demant oder GN Audio sehen sich durch digitale Vermittlungsplattformen herausgefordert. Audibene hat diesen Strukturwandel früh erkannt und nutzt ihn konsequent zu seinem Vorteil.


