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Attraktive Renditen bei Anleihen: Sinkende Zinsen nutzen

Inflationsrückgang stützt Anleihemärkte, Experten empfehlen Unternehmensanleihen mit mittleren Laufzeiten.

Attraktive Renditen bei Anleihen: Sinkende Zinsen nutzen

Die jüngsten Inflationsdaten aus den USA bestätigen den Trend zu sinkenden Zinsen, was den Anleihemarkt wieder attraktiver macht. Sophia Ferguson, leitende Expertin für internationale Anleihen bei Goldman Sachs Asset Management (AM), sieht diesen Trend vor allem durch den Rückgang der Inflation bestätigt. Ihrer Ansicht nach verringern die aktuellen wirtschaftlichen Daten die Wahrscheinlichkeit einer strafferen Geldpolitik der US-Notenbank (Fed). Dies hat weltweit Auswirkungen und stützt die Kurse an den Anleihemärkten.

Die Beziehung zwischen Kursen und Renditen von Anleihen ist gegenläufig. Bei sinkendem Renditeniveau werden bereits am Markt befindliche Papiere im Vergleich zu neuen, schlechter verzinsten Anleihen attraktiver. Wenn der Trend zu niedrigeren Zinsen in den USA anhält, profitieren Anleger. Wichtig ist, die richtigen Sektoren des Anleihemarkts zu identifizieren. Eine zentrale Frage ist, wann die Fed mit Zinssenkungen beginnt. Marktbeobachtungen und Ferguson sprechen von einem möglichen Start im September. Auch die US-Fondsgesellschaft Vanguard sieht dies ähnlich, hält aber eine Zinssenkung erst nach einer Stabilisierung der Wohnkosten für wahrscheinlich.

Die Höhe der Zinssenkungen hängt stark von der Inflation ab. Ferguson rechnet nicht mit einer Rückkehr zu sehr niedrigen Preissteigerungen und verweist auf langfristige strukturelle Kräfte wie Digitalisierung, Dekarbonisierung, Demografie und Geopolitik. Sie schließt eine Rückkehr zur Niedrigzinsphase der Vergangenheit aus.

Interessant sind laut Ferguson vor allem Staatsanleihen mit kurzer Laufzeit, deren Renditen im Zuge der gelockerten Geldpolitik sinken dürften. Langfristige Renditen hingegen könnten weniger stark betroffen sein, beeinflusst durch die expansive Finanzpolitik der USA, die die langfristigen Zinsen treibt.

Auch die konjunkturelle Lage spielt eine Rolle am Anleihemarkt. Bei schwacher Konjunktur ist die Qualität der Anleihen besonders wichtig. Ferguson bleibt hier vorsichtig optimistisch. Sie hält eine Eintrübung der Konjunktur und steigende Ausfallraten bei Unternehmensanleihen für möglich, sieht jedoch Stabilitätsfaktoren: Die Reallöhne der unteren 40 Prozent der US-Arbeitnehmer liegen über dem Niveau von 2019, was auf anhaltend starken Konsum hindeutet. Zudem sind die Ausfallraten bei Anleihen mit 2,7 Prozent noch deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 3,4 Prozent. Lazard Asset Management setzt ebenfalls auf Unternehmensanleihen, da bessere Wirtschaftsdaten die Unternehmen stützen sollten.

Ferguson favorisiert Unternehmensanleihen an der Grenze zwischen starker und schwächerer Kreditqualität, also mit Ratings von BBB (Investmentgrade) und BB (Hochzinsmarkt). Diese Papiere haben in den vergangenen Jahren an Kreditqualität gewonnen. Sie bevorzugt kurze bis mittlere Laufzeiten, da die Zinsen hier noch relativ hoch sind. Sollte sich die Prognose bestätigen, dass lang laufende Papiere wenig an Rendite verlieren, ist es weniger dringlich, sich in diesem Bereich umfangreich zu engagieren.

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