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Atomkraft kehrt weltweit zurück

Mehr Reaktoren, neue Abhängigkeiten und Milliardeninvestitionen bis 2030

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Atomkraft kehrt weltweit zurück

Die Kernenergie erlebt weltweit ein unerwartetes Comeback. Laut einer Untersuchung der Internationalen Energieagentur (IEA) haben mehr als 40 Länder Pläne, ihre Kapazitäten in der Kernkraft auszubauen, um den steigenden Strombedarf zu decken. Dieser Trend wird durch die zunehmende Elektrifizierung in verschiedenen Sektoren wie Elektroautos, Datenzentren und der Nutzung Künstlicher Intelligenz noch verstärkt. Der IEA zufolge könnten die Stromerträge aus Atomenergie im Jahr 2025 ein Rekordniveau erreichen. Bereits jetzt befinden sich weltweit über 70 Gigawatt neue Kapazitäten im Bau.

Aktuell tragen knapp 420 Kernkraftwerke weltweit rund zehn Prozent zur globalen Stromversorgung bei, was sie nach der Wasserkraft zur zweitgrößten Quelle für emissionsarme Energie macht. Während einige Länder ihre Reaktoren stillgelegt oder den Atomausstieg beschlossen haben, setzen andere wie Japan, Frankreich, China, Indien und Südkorea auf den Ausbau. Japan hat seine Kernkraftproduktion wieder aufgenommen, und Frankreich hat Wartungsarbeiten an bestehenden Anlagen abgeschlossen. Gleichzeitig werden in China und anderen Ländern neue Reaktoren in Betrieb genommen.

Die Erweiterung der globalen Kernkraftflotte bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich. Laut der IEA hängt der Ausbau stark von Technologien aus Russland und China ab, was politische und wirtschaftliche Abhängigkeiten schaffen könnte. Zudem kämpfen etablierte Kernenergiestaaten wie die USA und Frankreich mit Verzögerungen und steigenden Kosten bei der Modernisierung ihrer Anlagen. Diese Hindernisse verdeutlichen die Notwendigkeit erheblicher finanzieller Investitionen.

Traditionell wurde die Entwicklung der Kernkraft größtenteils durch staatliche Mittel finanziert. Für einen schnellen Ausbau bis 2030 wäre laut IEA jedoch eine Verdopplung der Investitionen auf weltweit 117 Milliarden Euro erforderlich. Dabei sollen auch private Investoren eine größere Rolle spielen. In Kasachstan, das bisher vorwiegend auf Kohlekraftwerke setzte, wurde kürzlich in einem Referendum über den Bau eines Atomkraftwerks entschieden, um die steigende Nachfrage zu decken.

Deutschland hingegen ist Mitte April 2023 endgültig aus der Kernenergie ausgestiegen. Nach einer vorübergehenden Laufzeitverlängerung aufgrund der Energiekrise wurden die letzten drei Reaktoren abgeschaltet. Die Entscheidung bleibt kontrovers, insbesondere vor dem Hintergrund internationaler Diskussionen über die Rolle der Atomkraft. Tech-Milliardär Elon Musk hatte Deutschland in einem Gespräch mit der AfD-Chefin Alice Weidel dazu geraten, zur Kernenergie zurückzukehren, um die Energieversorgung nachhaltiger zu gestalten.

AtomkraftwerkKernenergieEnergie

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