AstraZeneca zahlt 600 Millionen Dollar für chinesisches Lungenkrebsmittel
Der britisch-schwedische Pharmakonzern sichert sich weltweite Rechte an Sunvozertinib – einem bereits in den USA und China zugelassenen Wirkstoff.

AstraZeneca übernimmt die weltweiten Entwicklungs- und Vermarktungsrechte an dem Lungenkrebsmedikament Sunvozertinib vom chinesischen Arzneimittelhersteller Dizal Pharmaceutical. Für diese Rechte zahlt der britisch-schwedische Pharmakonzern eine Vorabzahlung von 600 Millionen US-Dollar. Dizal gab die Vereinbarung am Dienstag in einer Mitteilung an die Börse in Shanghai bekannt.
Das Medikament, das auch unter dem Handelsnamen Zegfrovy bekannt ist, ist bereits in den USA und in China für die Behandlung von lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs bei Erwachsenen zugelassen. Diese Krebsform ist besonders verbreitet: Nach Angaben der American Cancer Society macht der nicht-kleinzellige Lungenkrebs etwa 77 Prozent aller Lungenkrebserkrankungen aus.
Klinische Daten belegen Wirksamkeit
Die Wirksamkeit von Sunvozertinib wurde in einer multinationalen klinischen Studie der Spätphase mit 324 Patienten untersucht. Das Medikament erzielte dabei ein medianes progressionsfreies Überleben von 10,3 Monaten. Zum Vergleich: Patienten, die eine Chemotherapie erhielten, kamen lediglich auf 7,5 Monate. Dieser Unterschied von fast drei Monaten unterstreicht das Potenzial des Wirkstoffs als zielgerichtete Therapieoption.
Das progressionsfreie Überleben ist ein zentraler Endpunkt in der Onkologie und misst den Zeitraum, in dem eine Erkrankung nach Behandlungsbeginn nicht fortschreitet. Ein höherer Wert gilt als wichtiger Hinweis auf die Effektivität eines Krebsmedikaments.
Milliardenpotenzial durch Meilensteinzahlungen
Neben der Vorabzahlung von 600 Millionen US-Dollar hat Dizal Anspruch auf bis zu 900 Millionen US-Dollar an zusätzlichen Zahlungen. Diese sind an klinische Entwicklungs- und vertriebsbezogene Meilensteine geknüpft. Das Gesamtvolumen des Deals könnte damit bis zu 1,5 Milliarden US-Dollar erreichen.
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Zur AktienanalyseDave Fredrickson, Executive Vice President der Oncology Haematology Business Unit bei AstraZeneca, kommentierte die Vereinbarung: „Mit dieser Vereinbarung werden wir Patienten weltweit, denen bislang nur begrenzte Optionen zur Verfügung stehen, eine differenzierte, orale zielgerichtete Behandlung anbieten."
Die Transaktion unterstreicht AstraZenecas Strategie, sein Onkologie-Portfolio konsequent auszubauen. Der Konzern gehört bereits heute zu den führenden Pharmaunternehmen im Bereich Krebstherapien und setzt dabei verstärkt auf zielgerichtete, orale Behandlungsformen, die für Patienten eine Alternative zur klassischen Chemotherapie darstellen. Mit den weltweiten Rechten an Sunvozertinib erschließt sich AstraZeneca einen bedeutenden Markt, da Lungenkrebs weltweit zu den häufigsten und tödlichsten Krebserkrankungen zählt.


