AstraZeneca und Bristol Myers Squibb verhandeln über 400-Milliarden-Dollar-Megafusion
Laut einem FT-Bericht prüfen die beiden Pharmariesen einen historischen Zusammenschluss, der ein gemeinsames Unternehmen im Wert von 400 Milliarden Dollar schaffen würde.

Der britische Pharmariese AstraZeneca und der US-Konzern Bristol Myers Squibb befinden sich Berichten zufolge in Fusionsgesprächen. Wie die Financial Times am Sonntag unter Berufung auf Insider berichtete, würde das kombinierte Unternehmen bei einem erfolgreichen Zusammenschluss mit rund 400 Milliarden Dollar bewertet. Es wäre damit einer der größten Deals in der Geschichte der Pharmaindustrie.
Laut den Informanten der FT haben die beiden Unternehmen in den vergangenen Monaten über eine mögliche Fusion beraten. Ob das Geschäft tatsächlich zustande kommt, ist jedoch noch offen. Weder AstraZeneca noch Bristol Myers Squibb reagierten auf eine Anfrage des US-Senders CNBC zur Stellungnahme.
Historische Dimension des Deals
Ein solcher Zusammenschluss würde die globale Pharmaindustrie grundlegend verändern. Der Bericht erscheint rund zwölf Jahre nachdem AstraZeneca ein Übernahmeangebot des US-Rivalen Pfizer erfolgreich abgewehrt hatte. Damals wehrte sich der britische Konzern gegen eine feindliche Übernahme – nun könnte er selbst der Initiator eines noch größeren Deals sein.
AstraZeneca hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der wertvollsten Pharmaunternehmen der Welt entwickelt. Unter der 14-jährigen Führung von CEO Pascal Soriot hat sich der Aktienkurs mehr als vervierfacht – eine Entwicklung, die sowohl den breiteren FTSE 100-Index als auch den britischen Hauptkonkurrenten GSK deutlich übertrifft.
Starkes Wachstum durch Krebs- und Spezialmedikamente
Die zuletzt veröffentlichten Quartalszahlen unterstreichen die operative Stärke des Unternehmens. Die Ergebnisse für das zweite Quartal 2025 zeigten, dass die starke Nachfrage nach Medikamenten gegen Krebs und seltene Krankheiten das Wachstum weiter antreibt. Krebsbehandlungen generierten im Jahr 2025 einen Umsatz von rund 25 Milliarden Dollar – das entspricht fast der Hälfte des Gesamtumsatzes des Konzerns.
An zweiter Stelle folgen Behandlungen für Herz-Kreislauf-, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen mit einem Umsatz von etwa 12 Milliarden Dollar. Der CFO von AstraZeneca zeigte sich zuletzt „sehr zuversichtlich", das langfristige Umsatzziel von 80 Milliarden Dollar zu erreichen.
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Zur AktienanalyseUS-Börsennotierung als strategischer Schritt
Bereits im vergangenen Jahr hatte AstraZeneca Pläne für ein direktes US-Börsenlisting vorgestellt. Ziel ist es, von den in der Regel höheren Bewertungen am amerikanischen Kapitalmarkt zu profitieren, während die bestehende Notierung in London beibehalten werden soll. Eine Fusion mit Bristol Myers Squibb würde diese US-Strategie auf eine völlig neue Ebene heben.
Für deutsche Anleger ist die Entwicklung von besonderem Interesse: AstraZeneca ist auch an der Frankfurter Börse gelistet und gehört zu den meistbeachteten Pharmewerten in Europa. Ein Zusammenschluss in dieser Größenordnung würde die Kräfteverhältnisse im globalen Pharmamarkt neu ordnen und hätte weitreichende Auswirkungen auf Wettbewerber, Zulieferer und Investoren weltweit.


