AstraZeneca plant zweistelliges Gewinnwachstum durch starke Krebsmedikamente
Britischer Pharmakonzern setzt auf über 20 neue Medikamente bis 2030 trotz Preisdruck.

Der britische Pharmariese AstraZeneca rechnet für 2026 mit einem Anstieg des Kerngewinns je Aktie im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Das Unternehmen setzt dabei auf eine anhaltend starke Nachfrage nach Krebsmedikamenten und neue Produkteinführungen, um Patentverluste und Preisdruck auszugleichen. Der Gesamtumsatz soll im mittleren bis hohen einstelligen Bereich wachsen.
CEO Pascal Soriot bekräftigte das ehrgeizige Ziel, bis 2030 einen Jahresumsatz von 80 Milliarden Dollar zu erreichen. "Wir haben allen Grund zu der Annahme, dass wir auf bestem Weg sind, unsere Ziele für 2030 zu erreichen", erklärte der langjährige Konzernchef. Unterstützt wird diese Strategie durch mehr als 20 geplante Medikamenteneinführungen in den kommenden Jahren.
Die Aktie des wertvollsten börsennotierten Unternehmens Großbritanniens reagierte zunächst volatil auf die Nachricht, notierte zur Mittagszeit aber rund 1 Prozent im Plus. Analysten von Barclays bezeichneten das Update als "beruhigend". Auf Sicht von zwölf Monaten liegt der Aktienkurs deutlich höher, während er in diesem Jahr bislang stagnierte.
Krebsmedikamente als Wachstumstreiber
Im vierten Quartal 2025 erreichte der Konzern einen Kerngewinn von 2,12 Dollar je Aktie bei einem Umsatzplus von 2 Prozent auf 15,5 Milliarden Dollar. Besonders beeindruckend entwickelten sich die Onkologie-Produkte: Die Umsätze mit Krebsmedikamenten stiegen um 20 Prozent. Dagegen sanken die Erlöse mit Herz-Kreislauf-Medikamenten um 6 Prozent, da Generika-Konkurrenz bei Produkten wie dem Diabetes- und Herzinsuffizienz-Mittel Farxiga sowie dem Herzmedikament Brilinta Druck ausübten.
Für das Gesamtjahr 2025 verzeichnete AstraZeneca ein Umsatzwachstum von 8 Prozent und einen Gewinnanstieg von 11 Prozent. Die Dividende soll um rund 3 Prozent auf 3,30 Dollar je Aktie erhöht werden, was das Vertrauen des Managements in die künftige Entwicklung unterstreicht.
US-Markt trotz politischer Unsicherheiten im Fokus
Unter CEO Soriot hat AstraZeneca seine Präsenz in den USA massiv ausgebaut, obwohl sich das politische Umfeld für Pharmaunternehmen zunehmend schwierig gestaltet. Das Unternehmen schloss einen Fertigungsvertrag über 50 Milliarden Dollar ab, sicherte sich eine Notierung an der New Yorker Börse und handelte als erster nicht-amerikanischer Arzneimittelhersteller eine Preisvereinbarung für Medikamente zur Zollentlastung aus.
Finanzchefin Aradhana Sarin räumte ein, dass der Ausblick "gewisse" Auswirkungen der US-Vorgaben zur Preisgestaltung von Medikamenten berücksichtige. Am stärksten betroffen seien die Medicaid-Umsätze, die allerdings nur einen einstelligen Prozentsatz des Gesamtumsatzes ausmachen. Die Erlöse in den USA stiegen im vierten Quartal um 6 Prozent.
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Zur AktienanalyseChina bleibt strategisch wichtig
In China, dem zweitgrößten Markt des Konzerns, legte der Umsatz um 1 Prozent zu. Nach Rückschlägen hat AstraZeneca Investitionen in Höhe von 15 Milliarden Dollar zugesagt und eine Lizenzvereinbarung mit CSPC für Medikamente zur Gewichtsreduktion unterzeichnet. CEO Soriot betonte, dass das chinesische Erstattungssystem dazu beigetragen habe, die Markteinführung zu beschleunigen und das Volumen zu steigern, wenn auch zu niedrigeren Preisen.
Zur Situation in Großbritannien äußerte sich Soriot differenziert: Die jüngsten Reformen zur Preisgestaltung seien zwar begrüßenswert, reichten aber noch nicht aus, um umfangreichere pharmazeutische Investitionen anzuziehen. Dies unterstreicht die Herausforderungen, denen sich Pharmaunternehmen in verschiedenen Märkten gegenübersehen, während sie gleichzeitig massive Investitionen in Forschung und Entwicklung tätigen müssen.


