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AstraZeneca bricht 8% ein nach Scheitern der Phase-3-Studie

Eine gescheiterte Herzmedikament-Studie mit Ionis Pharmaceuticals schickt AstraZeneca auf Talfahrt – Konkurrenten wie Pfizer profitieren.

AstraZeneca bricht 8% ein nach Scheitern der Phase-3-Studie

Die Aktie von AstraZeneca (AZN) verzeichnete am Donnerstag einen drastischen Kurseinbruch von rund 8 Prozent. Der britisch-schwedische Pharmariese droht damit, die untere Grenze seiner fünfmonatigen Kursbasis zu durchbrechen – ein technisch bedeutsames Signal für Anleger.

Auslöser des Kursrutsches war das Scheitern einer gemeinsam mit dem US-Biotechunternehmen Ionis Pharmaceuticals (IONS) entwickelten Behandlung. Das Medikament mit dem Namen Wainua verfehlte seine Ziele in einer klinischen Phase-3-Studie – der letzten und entscheidenden Testphase vor einer möglichen Marktzulassung.

Seltene Herzkrankheit im Fokus

Wainua war für Patienten mit Transthyretin-Amyloid-Kardiomyopathie, kurz ATTR-CM, entwickelt worden. Bei dieser seltenen, aber schwerwiegenden Erkrankung lagern sich abnormale Proteine am Herzen ab, was zu einer fortschreitenden Verdickung des Herzmuskels führt. Die Erkrankung schränkt die Pumpfunktion des Herzens erheblich ein und kann lebensbedrohlich werden.

Das Scheitern in der Phase-3-Studie ist für AstraZeneca und Ionis Pharmaceuticals ein erheblicher Rückschlag. Phase-3-Studien gelten als die aufwändigsten und kostspieligsten klinischen Prüfungen und sind die letzte Hürde vor der Einreichung bei Zulassungsbehörden wie der FDA in den USA oder der EMA in Europa. Ein Misserfolg in dieser Phase bedeutet in der Regel das Ende der Entwicklung für das jeweilige Medikament in der getesteten Indikation.

Konkurrenten profitieren vom AstraZeneca-Rückschlag

Während AstraZeneca unter Druck geriet, verzeichneten drei Konkurrenten Kursgewinne – darunter der US-Pharmariese Pfizer. Für Anleger im Bereich Herzmedikamente und seltene Erkrankungen bedeutet das Scheitern von Wainua, dass der Wettbewerb um den ATTR-CM-Markt neu bewertet wird. Bestehende und in der Entwicklung befindliche Therapien anderer Hersteller gewinnen dadurch an strategischer Bedeutung.

Der ATTR-CM-Markt gilt als attraktives Wachstumssegment in der Pharmaindustrie, da die Erkrankung lange unterdiagnostiziert war und mit verbesserter Diagnostik zunehmend häufiger erkannt wird. Entsprechend groß ist das kommerzielle Interesse der Branche an wirksamen Behandlungsoptionen.

Technische Warnsignale für AZN-Aktionäre

Aus charttechnischer Sicht befindet sich die AstraZeneca-Aktie nun in einer kritischen Zone. Das Unterschreiten der unteren Grenze der fünfmonatigen Kursbasis wäre ein negatives Signal und könnte weiteren Verkaufsdruck auslösen. Für deutsche Anleger, die AZN über die Frankfurter Börse oder als ADR handeln, ist die Entwicklung besonders relevant, da AstraZeneca zu den größten europäischen Pharmawerten zählt und in vielen Depots und Fonds vertreten ist.

Das Unternehmen steht nun vor der Frage, wie es seine Pipeline im Bereich seltener Herzerkrankungen neu ausrichten wird. Ob und in welcher Form die Zusammenarbeit mit Ionis Pharmaceuticals fortgesetzt wird, bleibt abzuwarten.

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