ASML wächst trotz US-Handelskonflikt mit China
Hohe Nachfrage nach KI-Chipmaschinen trifft auf geopolitische Unsicherheit und Exportbeschränkungen

Der niederländische Chipmaschinenhersteller ASML erlebt derzeit eine anhaltend hohe Nachfrage nach seinen Anlagen, die zur Produktion von Hochleistungschips für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz eingesetzt werden. Der weltweit führende Anbieter in diesem Bereich profitiert stark vom globalen KI-Boom, blickt jedoch aufgrund der geopolitischen Spannungen zwischen den USA und China mit Vorsicht in die Zukunft. Unternehmenschef Christophe Fouquet erklärte, dass die Beschränkungen für Technologieexporte nach China die Aussichten belasten könnten. Gleichwohl erwartet ASML für das kommende Jahr Umsätze mindestens auf dem Niveau von 2025 und kündigte eine genauere Prognose für Januar an.
Die Vereinigten Staaten hatten in den vergangenen Jahren die Ausfuhr bestimmter Hochtechnologien nach China stark eingeschränkt, um den technologischen und militärischen Aufstieg des Landes zu bremsen. Auf Druck der US-Regierung untersagte auch die niederländische Regierung den Export der neuesten Chipmaschinen von ASML nach China. Viele chinesische Kunden wichen daher zuletzt auf ältere DUV-Modelle aus. Trotz der Einschränkungen bleibt China mit einem Anteil von rund 30 Prozent ein wichtiger Absatzmarkt für das Unternehmen.
Für zusätzliche Unruhe sorgte ein Bericht des China-Ausschusses im US-Repräsentantenhaus, der Anfang Oktober veröffentlicht wurde. Demnach hätten chinesische Firmen im Jahr 2024 deutlich mehr Chipmaschinen bei ASML und anderen westlichen Herstellern bestellt als vor der Einführung der Exportbeschränkungen. Diese Entwicklung führte zu neuen Forderungen nach einer weiteren Verschärfung des Embargos, was die Unsicherheit im Markt zusätzlich erhöhte.
Im dritten Quartal erreichte ASML einen Auftragseingang von 5,4 Milliarden Euro und damit einen deutlich höheren Wert als erwartet. Besonders gefragt waren erneut die hochmodernen EUV-Maschinen, die für die Produktion der neuesten Chipgenerationen benötigt werden. Hauptkunde bleibt der taiwanische Auftragsfertiger TSMC, der unter anderem Prozessoren für Nvidia und Apple herstellt. Die aktuellen Bestellungen sollen sich jedoch erst in der Bilanz für das Jahr 2026 niederschlagen.
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Zur AktienanalyseDer Quartalsumsatz belief sich auf 7,5 Milliarden Euro und blieb damit leicht unter den Erwartungen des Marktes, der mit 7,8 Milliarden gerechnet hatte. Der Reingewinn erreichte 2,13 Milliarden Euro und lag im Rahmen der Prognosen. Für das laufende Quartal stellt ASML Erlöse zwischen 9,2 und 9,8 Milliarden Euro in Aussicht. Auf das Gesamtjahr gesehen dürfte der Umsatz etwa 15 Prozent über dem Niveau von 2024 liegen. Zudem kündigte das Unternehmen eine Zwischendividende von 1,60 Euro je Aktie an und erwägt für das kommende Jahr ein weiteres Aktienrückkaufprogramm. Die in Frankfurt notierten ASML-Aktien legten daraufhin im frühen Handel um 2,5 Prozent zu.

