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ASML rückt in Europas Börsenfokus

Niederländer sichern mit EUV-Technologie die Fertigung modernster KI-Chips

ASML rückt in Europas Börsenfokus

Die Maschinen von ASML sind das Herzstück moderner Chipproduktion. Ohne die Lithografiesysteme des niederländischen Unternehmens könnten weder die Hochleistungsprozessoren von Nvidia noch andere Spitzen-Halbleiter hergestellt werden. Die Abhängigkeit der weltweiten Chipindustrie von ASML ist groß, und das macht die Aktie für Investoren interessant.

Während SAP mit einem Börsenwert von 275 Milliarden Euro weiterhin Europas wertvollster Konzern ist, schwächelt die Aktie der Walldorfer. Im Februar notierte das Papier noch bei bis zu 284 Euro, aktuell sind es nur noch 234 Euro. Der DAX konnte im gleichen Zeitraum deutlich zulegen. Anleger fragen sich zunehmend, ob SAPs Softwaregeschäft angesichts der rasanten Fortschritte bei künstlicher Intelligenz an Bedeutung verlieren könnte. Sollte SAP weiter an Wert verlieren, rückt ASML als möglicher Nachfolger auf dem europäischen Börsenthron in den Fokus. Mit 253 Milliarden Euro Börsenwert liegt der niederländische Konzern bereits auf Rang zwei.

ASML profitiert direkt vom Boom der Künstlichen Intelligenz. Die gefragten KI-Chips von Nvidia, derzeit mit 4,4 Billionen Dollar das wertvollste Unternehmen der Welt, entstehen beim Auftragsfertiger TSMC in Taiwan – gefertigt mit Maschinen aus den Niederlanden. Entscheidend ist dabei die sogenannte EUV-Technologie, mit der winzige Strukturen auf die Wafer gebracht werden. Diese können nur drei Nanometer messen, während ein menschliches Haar rund 80.000 Nanometer breit ist. Kein anderer Hersteller bietet derzeit Maschinen an, die diese Präzision ermöglichen.

Die wirtschaftliche Entwicklung von ASML ist beeindruckend. 2005 lag der Jahresumsatz noch bei 6 Milliarden Euro, in diesem Jahr sollen es nach Schätzungen von Analysten rund 32 Milliarden Euro sein. Das entspräche einem Zuwachs von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Trotz dieser Dynamik ist die Aktie nach Einschätzung vieler Investoren nicht hoch bewertet. Zwar kostete das Papier im Sommer 2024 noch 1000 Euro, derzeit liegt der Kurs bei etwa 650 Euro. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 27 gilt die Bewertung im Vergleich zur Marktstellung als attraktiv.

Auch die Bilanz ist solide. Ende 2024 wies ASML Nettorücklagen in Höhe von 9 Milliarden Euro aus. Die Gewinnspanne bewegt sich seit Jahren stabil zwischen 27 und 28 Prozent. Dividendenrendite und Aktienrückkäufe sorgen zusätzlich für Vertrauen bei den Anlegern. Die Dividende liegt zwar nur bei 1,1 Prozent, wird aber seit Jahren kontinuierlich erhöht. Parallel verringert das Unternehmen die Zahl seiner ausstehenden Aktien: Von 432 Millionen im Jahr 2017 auf zuletzt 388 Millionen.

In einer Zeit, in der nicht jeder Technologiewert vom KI-Hype profitiert, nimmt ASML eine Sonderstellung ein. Das Unternehmen bleibt unverzichtbar für die Fertigung modernster Halbleiter und ist damit ein zentraler Faktor in der Wertschöpfungskette der globalen Chipindustrie.

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